Mittwoch, Juni 28, 2006

La Serena - Sonntag und Montag

Sonntag haben wir einen Auflug über das Hostel gebucht und so sind wir gegen 8:00h gestartet. Etwa 2h sind wir mit dem Bus in den Norden entlang der Küste und durch eine wüstenähnliche Landschaft gefahren. Unser Ziel war ein kleines Fischerdorf, in dem wir mit kleinen Booten zu den Islas de Damas und den Islas de Choros hinausgefahren sind. Mir war noch etwas schlecht von der holprigen Fahrt in dem Minibus - daher war der Wellengang nicht so angenehm für mich.

Aber als wir an der Isla de Damas angekommen waren, hab ich das alles vergessen! Denn dort gabe es Pinguine (Juhu!!), Seelöwen, Kormorane und noch viele andere Tiere zu sehen. Mit dem Boot sind wir immer ziemlich nach an die Felseninsel herangefahren und einmal ist uns fast ein Seelöwe ins Boot gesprungen! Hilfe!

Danach ging es weiter zur Isla de Choros. Diese Insel sah fast wie eine Karibik-Insel aus - es fehlten nur die Palmen und warmes Wetter! Aber das Wasser war so türkis und der Strand war richtig weiss! Ein Traum!
Da durften wir auch aussteigen und etwa eine Stunde ein wenig umherspazieren. Es gab dort wirklich lustige Muscheln. Einige waren kegelförmig, andere sahen aus wie Schneckenhäuser und dann gab es auch noch ganz riesige Muscheln. Leider mussten wir dann irgendwann wieder aufbrechen. Schade!

Auf dem Rückweg haben wir in einem Fischrestaurant Mittag gegessen. Ich habe auch sogar die Muscheln probiert- aber da steh ich echt nicht so drauf! Gegen 18h waren wir wieder im Hostel und haben uns nur kurz umgezogen, weil wir Abends nach Coquimbo fahren wollten.
Zuerst sind wir noch an den Strand von La Serena gelaufen. Leider war die Sonne schon untergegangen, aber man konnte trotzdem erahnen, dass die Bucht wirklich wunderschön sein muss.

Danach sind wir mit einem Bus nach Coquimbo gefahren. Wir waren uns erst nicht so sicher, ob es da wirklich bessere Bars gibt, aber ein Freund von Rodrigo meinte, das Coquimbo mehr zu bieten hat. Und er hatte Recht! Im Barrio Inglés war es wirklich nett! Leider waren wir etwas zu früh da, aber wir sind dann einfach von der einen zur anderen Kneipe getingelt (die noch sehr leer waren) und haben verschiedene Pisco-Sorten probiert und zwischendurch mal einen kleinen Snack gegessen, denn die Pisco's hauen echt rein...
Gegen 24h hat sich Tobi mit dem Franzosen Dominique, den wir auf der Bootstour kennen gelernt haben, auf den Rückweg gemacht. Keno, Linda und ich sind noch in eine andere Bar gegangen, wo eine Live-Band gespielt hatte. Gegen 4h sind wir dann auch nach Hause gefahren.

Am Montag fiel uns das Aufstehen dementsprechend schwer. Daher haben wir uns nur noch ein wenig die Stadt angesehen. Auf der Plaza de Armas gab es eine tolle Fotoausstellung- das fand ich echt super. Da Tobias sich unbedingt so ein bestimmtes Souvenir (eine Holzmühle) kaufen wollte, sind er und Linda zu einem Souvenir-Markt gegangen und Keno und ich haben uns die Ausstellung angesehen. Da waren echt tolle Fotos dabei. Die Ausstellung hieß "100 Miradas a Chile" (100 Blicke auf Chile) und es gab Fotos aus dem ganzen Land, seinen Bewohnern, der Geschichte usw. - Wirklich beeindruckend! Und da hab ich echt gemerkt: "Me encanta Chile!"

Gegen 15h sollte unser Bus dann vom Terminal starten. Wir waren auch rechtzeitig da, haben noch kurz etwas gegessen und gewartet, bis der Bus enlich kommt. Da er aus dem Norden kommen sollte, dachten wir zuerst er hätte Verspätung gehabt. Aber irgendwann war es dann doch merkwürdig. Tobi ist dann mit unseren Tickets zum Pullman-Schalter gelaufen und da hat sich rausgestellt, dass der Bus gar nicht von diesem Terminal abfährt, sondern von einem ganz anderen Busbahnhof! Oh je!! Also haben wir uns ein Taxi geschnappt und sind zu dem anderen Busbahnhof gekrochen! Dauernd gab es rote Ampeln und Einbahnstraßen! Also das ist ja gar nichts für mich! Ich bin gerne mindestens 10 Minuten vorher da. Ein Glück hatte der Bus Verspätung, so dass wir ihn noch locker bekommen hatten. Wir hatten ganz vorne oben im Doppeldeckerbus Plätze. Das war super! So konnte man die Rückfahrt so richtig genießen.

La Serena - Samstag

Freitag Nacht ging es los nach La Serena. Der Bus war wirklich komfortabel im Vergleich zum Bus nach Puerto Montt. Aber irgendwie waren Tobias, Keno, Linda und ich trotzdem ziemlich kaputt, als wir dann gegen 6.30h ankamen. Ein Glück konnten wir im Hostel sofort in unsere Zimmer. Da haben wir erstmal etwa 2h geschlafen, gefrühstückt und und im Anschluß das WM-Spiel Deutschland-Schweden angesehen.

Gegen 13h haben wir uns dann auf den Weg ins Elqui-Tal gemacht. Nach 2 h Busfahrt sind wir dann in einem kleinen Dorf namens Pisco Elqui angekommen. Leider war alles ziemlich touristisch dort. Auch die Preise! Das war echt unglaublich. Daher hatten wir uns dann nur einen Pisco und 'nen "completo" bzw. eine "empanada de queso" gegönnt, um dann später etwas in La Serena essen zu gehen.
Viel gab es in Pisco Elqui nicht zu sehen und da wir nicht auf den Bus warten wollten, sind wir trampen gegangen. Die sind immer echt freundlich die Chilenen, da kann man nichts sagen.
nach einer Weile mussten wir aussteigen, weil unsere Fahrer woanders hinwollten. Aber das war umso perfekter, denn dadurch konnten wir den Sonnenuntergang richtig genießen. Das war wirklich wunderschön! Alles färbte sich in rotes Licht und die Spitzen der Berge schimmerten in Gold.

Mit ein paar anderen Chilenen sind wir dann weiter bis Vicuña gefahren, einer kleineren Stadt auf der Strecke nach La Serena. Dort haben wir ein paar Papayas, Äpfel und noch andere Früchte gekauft. (Leider kann ich mich nicht mehr an den Namen erinnern, waren aber lecker.)
Später haben wir dann in La Serena eine Pizza gegessen und sind dann wirklich totmüde ins Bett gefallen.

Donnerstag, Juni 22, 2006

Wirklich ein studienbezogenes Praxissemester!

Montag nach der Arbeit hab ich mich das erste Mal mit Juan getroffen. (Der Bekannte von Janine, Peruaner, etwa 50 Jahre alt, hat schon mal ne Weile ein Deutschland gelebt)
Er hatte mich ja gefragt, ob ich ihm ein bisschen Deutsch-Nachhilfe geben könnte, weil er nächstes Jahr wieder mal nach Deutschland reisen möchte, um dort Druckermaschinen zu kaufen. - So ganz verstanden hab ich das noch nicht, aber er arbeitet selbstständig in diesem Bereich.
Beim Treffen ging es aber um etwas ganz anderes: Juan wohnt ja im ärmsten Stadtteil von Santiago in Cerro Navía. Dort gibt es nicht mal geteerte Straßen oder Straßenlaternen oder so. Die Stadtverwaltung hat für das nächste Jahr umgerechnet etwa 50.000 Euro zur Verfügung gestellt, mit denen die Bürger Cerro Navías entscheiden können, was mit dem Geld gemacht werden soll. Einige möchten Straßenlaternen, andere möchten einen Spielplatz für die Kinder usw.
Nun hat Juan, weil er in dem Bürger-Ausschuß ist, beschlossen eine Zeitung zu diesem Thema zu machen. Und er hat mich gefragt, ob ich einen Artikel schreiben würde. Es wäre ihm und den Bewohnern Cerro Navías eine Ehre, denn Europäer leben dort nicht und die, die in Las Condes und Providencia wohnen, interessiert es einen Dreck, was in dem Stadtteil passiert.
Marlis meinte auch: "Du gehst da doch wohl nicht abends hin, um ihn zu unterrichten?! Das ist gefährlich!"Das werde ich natürlich auch nicht machen... denn als Europäerin fällt man hier einfach auf und gerade ärmere Leute denken: Europäer= reich= hat viele Wertsachen mit= Überfallgefahr groß!
Aber ich werde Juan zu einer Stadtverwaltungssitzung begleiten, um mir das einmal anzusehen. Aber da bin ich dann auch nicht allein. (Obwohl Juan mir etwa mit dem Kopf bis zu den Schultern geht...)
Die Zeitung soll "EL PEON" heissen. Bedeutung: der Bauer im Schachspiel= kleinste Figur, rückt immer nur vorwärts, kann manchmal mehr wert sein als die Dame usw. (=Bewohner von Cerro Navía)
Das Thema konnte ich frei wählen und nun habe ich mich entschlossen etwas zu schreiben, was die Bewohner motiviert sich dort zu engagieren und mitzuentscheiden, weil es die erste Ausgabe sein wird. Juan war total begeistert, dass ich da mitmachen möchte. Nun hoffe ich mal, dass ich seinen Erwartungen entsprechen kann! Uii!

Dienstag nach der Arbeit hab ich mich mit Linda und Tobias getroffen und wir haben Bustickets für unseren Wochenendtrip nach La Serena gekauft. Die Fahrt wird diesmal "nur" 7 h dauern und es geht in den Norden. Auf dem Busterminal hat uns ein Amerikaner angesprochen, der in Santiago ein Hostel hat und meinte: "Braucht ihr Tipps zum Reisen? Ich weiss alles- fragt mich einfach! Und ich kann Euch Prozente bei den Busunternehmen besorgen!" Wir waren schon etwas skeptisch, weil wenn einer solche Angebote macht, dann will er ja auch meistens was dafür. Aber dem war nicht so. Nachdem er sich mit uns in die Schlange gestellt hat und uns den Rabatt besorgt hat, sagte er nur: "Dann viel Spass und gute Reise!" Unglaublich!

Neues von der Arbeit: mein Kuhglocken-Projekt ist quasi fertig. Gestern ist noch ein externer Designer gekommen, mit dem ich einige Verbesserungen erarbeitet habe. Erste Entwürfe erhalte ich morgen. Ansonsten bin ich gerade dabei ein Kommunikations-Konzept für die Stocker Group zu entwerfen. Da kann ich mir auch sicher sein, dass es umgesetzt wird... nicht so wie in der FH. Also ich lerne ziemlich viel. Im Moment gefällt mir alles ganz gut! Kann mich nicht beklagen.

Das Tippspiel hat auch kleinere Wunder bewirkt... Es wird viel mehr gesprochen und ich finde, dass die Stimmung im Büro schon lockerer geworden ist.
Im August werden wir wohl noch mal einen Betriebsausflug in die Anden zum Skifahren machen! Das wird was werden... das erste mal Skifahren!!

FUNK-Party, Luxus-Buffet und ein magnetischer Baum

Letzten Freitag hatte Baptiste, mein Mitpraktikant Geburtstag. Nach der Arbeit sind wir dann zusammen in ein chilenisches Restaurant gegangen. Ich war ziemlich überrascht als wir drin waren, denn es sah ziemlich nobel aus und es gab 1000 Kellner, die da herumrannten. Erstaunlichereise war es aber gar nicht so teuer. Leider ließ der Service anfangs echt zu wünschen übrig ... und sie hatten nur eine Speisekarte für uns drei. Baptiste hatte sich "Pernil" bestellt- sehr mutig, denn er wusste nicht, was es war. Als das Essen dann kam, sah sein Gesicht dann nicht so erfreut aus: es war eine Art Eisbein mit viel Schwabbelkram dran- IIH! Mein Essen war auch nicht so toll- eher etwas versalzen. Also die chilenische Küche kann mich nicht so richtig überzeugen- außer es wird zu Hause gekocht!

Samstag habe ich dann Lidia und Pedro (meine Gastfamilie im Februar) mal wieder besucht und wir haben viel gequatscht. Zum Mittag gab es frischen Lachs mit Kartoffeln und ensalada chilena. Ich hatte zur Nachspeise ein Blech Kuchen mitgebracht (weil ich die Hälfte nicht herausheben konnte, sonst wäre alles zerbrochen) - und der hat ihnen anscheinend äußerst gut geschmeckt. Denn zum Abschied habe ich das leere Blech in die Hand gedrückt bekommen. Lidia hat mir auch wieder ein kleines Geschenk gemacht: letztes mal war es ja eine selbstgemachte Kette mit Ohrringen und nun hat sie mir einen Schal gestrickt! Die sind echt so lieb! Und ich böse Astrid habe sie so lange nicht besucht- vor drei Monaten das letzte Mal!! Aber ich kann auch nicht sagen, dass ich ich gelangweilt habe und nicht wusste, was ich tun soll...
Abends ging es dann zur Party von Rodrigo, Maxie und Linda! YEAH! Funk-Music! Bis um 6h morgens haben wir getanzt! Die armen Nachbarn!
Vorher hab ich aber etwa 50 Minuten an der Plaza Italia auf Pablo und Baptiste gewartet! Ich hatte mich mit beiden verabredet, weil sie mit zur Party kommen wolllten. Baptiste hat leider kein Handy hier und da er nicht bei Pablo erschien und Pablo nicht einfach losgehen wollte, musste ich warten! Wir hatten uns schon voll Sorgen gemacht, was wohl mit ihm los ist... und was war: Er war eingeschlafen!! Oh, man!

Sonntag bin ich schon um 10h aufgewacht, wiel ich mit mit Freunden zum Skypen verabredet hatte. Und um 12h wurde ich von Marlis und ihrem Sohn Christian zu einem Ausflug abgeholt. Wir sind ca. 2h raus aus Santiago Richtung Norden gefahren und haben in einem Nobelhotel in den Anden, nahe einer Thermalquelle gebruncht. Man, das war ein leckeres Buffett! Und ich wurde eingeladen- wie nett! Und das Wetter war so schoen... angenehm warm, wir saßen auf der Terasse- das war wie Urlaub! Zum Ende haben wir uns noch von der direktorin die Zimmer zeigen lassen und die Hotelanlage: meine Güte! Was ein Luxus! Und so ein toller Pool! Die Nacht kostet 300 USD - das ist für chilenische Verhältnisse schon echt viel! Und Marlis meinte auf der Rückfahrt: "Ach mal sehen, ich werde die Monica fragen, ob sie nicht mal mit uns beiden ein Wochenende dort verbringen möchte und sie bezahlt!" - Durch Monica (schon eine Seniorin) hab ich im Februar die Marlis kennen gelernt, als ich allein nach Viña del Mar gefahren bin.
Die Tour war auch echt schön: die Berge mit Schnee bedeckt, die Weinfelder... und dann der Sonnenuntergang!
Auf dem Rückweg vom Hotel gab es einen magnetischen Baum, der die Autos anzieht! Man musste sich mit dem laufenden Motor etwa 20m vor den Baum stellen. Auf der Strasse gab es einen kleinen Anstieg und der Baum zog das Auto tatsächlich an!! Es bewegte sich ohne, dass der Gang drin war. Aber wir konnten es trotzdem nicht so ganz glauben. Zum Beweis habe ich ein kleines Video gedreht- das müsst ihr Euch mal ansehen. Aber eigentlich kann das doch nicht sein!! Oder?
Abends war ich dann noch mit Alana im Kino! Ich war selbst erstaunt, wie fit ich nach den 4h Schlaf war... aber Montag war ich schon ziemlich müde...

Mittwoch, Juni 14, 2006

Interne Kommunikation

So. Heute hab ich dem Chef gesagt, dass ich das Klima in der Firma nicht so gut finde bzw. ihn gefragt, ob es normal so ist. (Arbeite ja schließlich das erste Mal in diesem Land - wer weiss...?)

Gestern zum Beispiel haben wir unsere Sekretärin verabschiedet, weil sie in den Schwangerschafturlaub geht. Es gab eine Torte, alle saßen um einen Tisch, haben gegessen, aber niemand hat etwas gesagt. Meine Güte!! Da hat sich doch jeder unwohl gefühlt. Daher wurde das Zusammensitzen auch ziemlich schnell abgebrochen. Einige Versuche von der zweiten Chefin, die Kommunikation ein wenig in Gang zu bringen scheiterten, weil die Sektretärin nur mit: "Ja", "Nein" oder "ein Junge" "bis jetzt noch nicht" die Fragen beantwortet hatte. - Sehr hilfreich!!

Da wir heute einen Fernseher wegen der WM in unser Office bekommen haben, haben wir Praktikanten in der Mittagspause spekuliert, ob das Ding das Klima ein wenig auflockern wird. Schließlich kann man sich bei einem Tor umdrehen und über das Spiel diskutieren. Da kam mir die Idee ein Tippspiel zu eröffnen! Ist ja eigentlich ganz logisch so etwas zu machen und in Deutschland ist das ja Gang und Gebe in Büros!

Ich hab es ihm also vorgeschlagen, die Stimmung damit ein wenig aufzulockern und er war ganz angetan, denke ich. Er meinte: " Ja, super! Mach das! Die Stocker Group spendet 5000 Pesos für den Jackpot! Außerdem könnten wir alle ja mal ein Wochenende Skifahren gehen- das kannst du ja mal organisieren!"

Na also! Da kann ich neben meinem internationalen Projektmanagement auch noch ein Event zur Verbesserung der internen Kommunikation organisieren! Wenn das nicht Studienbezogen ist, dann weiss ich auch nicht mehr...

Mittlerweile hängt der Plan an der Wand und meine erste Prognose: es zeigt schon Wirkung! Jedesmal wenn jemand seinen Tipp aufs Papier geschrieben hat, sind die anderen aufgestanden, um darüber zu diskutieren... Mal sehen wie es sich noch so entwickelt!
Haha! Ein Forschungsprojekt! :)

Die Reise in den Süden

Freitag nach der Arbeit ging es dann los in den Süden Chiles. Etwa 1000km und ca. 13h Busfahrt warteten auf uns. Erstaunlicherweise waren wir alle ziemlich ausgeruht, als wir in Puerto Montt ankamen, obwohl es nur ein ganz einfacher Bus ohne Cama oder so war.
Als erstes haben wir uns dann einen Bus zur Insel Chiloe besorgt und dann gab es einen ordentlichen Milchkaffee! Der war lecker... (ausnahmsweise mal)
Schön war, dass der Busbahnhof dirket am Wasser lag und man so die ganze Bucht überschauen konnte. Es gab nur ein paar vereinzelte Wolken und so konnten wir den Sonnenaufgang genießen und sogar weit entfernte Berge mit Schneekuppen sehen. Überhaupt erinnert die ganze Landschaft im Süden einen eher an Skandinavien.
Bis wir an unserem Zielort Castro auf Chiloe angekommen waren, vergingen nochmal so 4h. Wir haben relativ schnell ein gutes und günstiges Hostel gefunden und sind dann als erstes zum Hafen gegangen. Mittag haben wir in einem Fischrestaurant gegessen, anschließend haben wir schöne Wollsachen gekauft (dicke Socken und so... - auf Chiloe gibt es eine ganz besondere Wolle)
- Die kann ich hier nun auch echt gut gebrauchen. Ich liege im Moment im Bett, habe einen dicken Pullover an und mein Heizlüfter läuft auf voller Power! Kaum vorstellbar für mich, dass es bei Euch jetzt so heiss ist!-
Außerdem haben wir noch die Kirche Castros , die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, angesehen, die "Palafitos" (Häuser, die auf Pfählen gebaut sind) bestaunt und wir sind zum Aussichtpunkt hinaufgestiegen, um uns die kleine Stadt von oben anzusehen.

Abends haben wir dann noch zwei Kneipen unsicher gemacht und zwei Mädels aus Deutschland kennen gelernt, die in Santiago ein Semester studieren.

Sonntag sind wir ganz früh losgefahren, um den Nationalpark Chiloes zu bewandern. Dick eingepackt sind wir dann zuerst durch einen Waldlehrpfad gelaufen und anschliessend an den Strand des Pazifiks. Leider war das Wetter nicht so gut: Regen und Kälte! Aber das war mir eigentlich schon klar... auf Chiloe ist es eine Seltenheit, wenn die Sonne scheint. Nachher haben wir uns in einem "Restaurant" aufgewärmt und frisch gebackenes Brot mit selbstgemachter Marmelade gegessen. Wir saßen bei der Familie in der Küche rund um den Herd herum, um unsere Hosen usw. zu trocknen, denn unser Bus sollte erst in 2,5 h kommen. Da haben wir echt Glück gehabt, dass die so nett waren.
Abends haben wir nur kurz ein paar Sachen zum Abendbrot eingekauft und später haben wir es uns auf unseren Zimmern mit ner Flasche Wein gemütlich gemacht. Wir sind sozusagen geflohen, weil der Besitzer des Hostels und ein wenig zu redselig war. Der war zwar total aufmerksam und lieb, aber wenn er erstmal angefangen hat zu reden, dann hat er gar nicht wieder aufgehört. Da wir auch nicht immer alles verstanden hatten (und nicht nachfragen wollten ,um das Gespräch zu verlängern), saßen wir meist mit nickenden Köpfen da... aha, aha, aha!

Am Montag mussten wir uns schon wieder auf den Rückweg machen. Wir haben also ganz früh den Bus Richtung Norden der Insel genommen, sind in Ancud für ne Stunde ausgestiegen, um uns den Hafen anzusehen und dann ging es schon weiter zurück nach Puerto Montt.
Dort haben wir frischen Fisch (Lachs mit Käse, Knoblauch und Tomaten) auf einem Markt gegessen und die letze Zeit genossen. Um 16.30h mussten wir in den Bus und um 5.45h kamen wir wieder in Santiago an.
Schnell nach Hause, noch 1,5h geschlafen und wieder zur Arbeit! :(
Das Wochenende ging mal wieder viel zu schnell vorbei! Aber ich bin positiv vom Wetter überrascht gewesen- ich hätte es mir viel schlimmer dort unten vorgestellt... Da hatten wir wohl ziemliches Glück! !Qué bueno!

Freitag, Juni 09, 2006

Ab jetzt gibt es nasse Füße!

Jetzt hat für mich der Herbst bzw. Winter hier für mich so richtig begonnen. Seit Mittwoch Abend hat es durchgehend geregnet- und das nicht zu knapp! Das wurde nach Aussagen der Santiagoiner auch mal überfällig! Normalerweise regnet es ab Mai die ganze Zeit. Merkwürdigerweise bekommen es die Chilenen aber trotzdem nicht hin ihre Kanalisation auf den starken Regen vorzubereiten, was dazu führt, dass die meisten Straßen hier zu Flüssen werden.

Fotos: El Mercurio

Alana meinte, daß das alles noch gar nicht sei. Bald werden wir auch auf den Straßen rund um unser Wohngebiet mindestens knöcheltief im Wasser stehen.
Meine Konsequenz: ich kaufe mir Gummistiefel! Und wo mache i
ch das??

> > Im Süden von Chile! Denn ich
werde dieses Wochenende zur Insel Chiloe fahren. Zusammen mit Ise, Maxie und Linda gehts heute direkt nach der Arbeit los! Da ich so nette Freunde und Bekannte hier habe, bin ich für diesen Trip sehr gut ausgestattet... Travellerrucksack, Regenjacke, kleiner Rucksack, Handschuhe - jetzt hab ich alles und bin auf das harte Wetter da unten vorbereitet! Auf Chiloe regnet es anscheinend immer. Es soll angeblich die regenreichste Region der Erde sein, hab ich mal irgendwo gelesen. Aber sie soll trotzdem wunderschön sein- ich werde mal sehen.
Es wird jedenfalls ne lange Tour nach unten sein. 13h im Bus! Hoffentlich kann ich ein wenig schlafen- das kannich im Bus, Zug usw. eigentlich nicht so gut.

Diese Woche hab ich mir abends mal nichts vorgenommen. Daher ist auch nichts weiter Spannendes passiert.
Im Moment höre ich nebenbei auf NDR2 die Liverübertragung des WM-Eröffnungsspiels. Schon merkwürdig, wie man sich bei so einer Sache mit seinem Heimatland verbunden fühlt und auch ansonsten hab ich eher eine positivere Meinung gegenüber Deutschland als vorher.
Pablo, mein französischer Mitpraktikant meinte: "Wenn du zurückkommst, dann wird dir alles so schön und sauber vorkommen..." Da bin ich ja mal gespannt!

Ein bißchen bin ich aber noch hier...


Montag, Juni 05, 2006

Nationalstreik in Chile

Heute war sozusagen der Höhepunkt der Schülerstreiks in Santiago. Es gab einen Nationalstreik, bei denen alle Bildungseinrichtungen, Gesundheitseinrichtungen und Banken usw. teilnahmen. Busse und Mikros fuhren ganz normal. Da die Regierung bisher nicht auf alle Forderungen der Schüler eingegangen ist, wird es morgen garantiert auch noch Protestmärsche geben...
Irgendwie hab ich auch das Gefühl, dass die Jugendlichen auch gerne Krawall machen, weil ihnen langweilig ist oder so... Die Innenstadt gleicht einem Kriegsfeld, was ich hier im Fernsehen sehen konnte. Vermummte Jugendliche bewerfen das Sondereinsatzkommando der Polizei mit Steinen. Die Polizei geht mit Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken auf alle los, die ihnen in den Weg kommen.
Die beiden Mädels auf dem Foto sind die Schülersprecher für ganz Chile. Sie verhandeln mit Vertretern der Politik und werden ständig interviewt. Das sind hier schon richtige "Heldinnen"... (Foto: La Segunda)

Aktuelle Berichte:
http://www.welt.de/data/2006/06/06/904430.html
http://www.condor.cl/titlethema.html

Das zum heutigen Tag. Jetzt zur letzten Woche. Da ich soviel vor hatte und meist nie vor 23h zu Hause war, bin ich nicht zu einem Blog-Eintrag gekommen. Aber nun eine kurze Zusammenfassung der letzten Woche:

Sonntag: Relaxen, abends mit Alana und Pablo "Kebab Connection" in der Universidad Catholica geguckt - es gab europäische Filmfestwochen....

Montag: nach der Arbeit Tobias und Keno besucht, zusammen gekocht und Ice Age im eiskalten Wohnzimmer geguckt- man hab ich gefroren... dagegen ist es bei mir wirklich angenehm in meiner Wohnung. Heute hat Alana mir auch gesagt, dass sie für mein Zimmer auch einen elektrischen Heizlüfter hat! Juhu!

Dienstag: Marlis, die Deutschlehrerin vom Goethe-Institut besucht und Fotos von Punta Arenas und dem Nationalpark Torres del Paine im Süden gesehen! Traumhaft! Ich schaffe gar nicht alles hier in diesem Land zu sehen!! Mist!

Mittwoch: mit meinen beiden Mitpraktikanten Baptiste und Pablo, mit Keno und seinem neuen Mitbewohner Florian und mit der Enkelin seines Vermieters namens Ignatia bin ich zum "Peperone" Empanadas essen gegangen- wirklich super lecker da, wenn auch nicht ganz billig! Aber sehr gemütlich da! Konnte mit Alana zusammen nach Hause gehen- das war praktisch! Die war nämlich auch zum Empanada-Essen in das Restaurant gekommen! Was ein Zufall- ist hier schon merkwürdig, wenn man irgendwo mal Bekannte trifft!

Donnnerstag nur Yoga und mal um 21h zu Hause! :)

Freitag: zum Grillen bei Rodrigo eingeladen, Linda war auch dabei, ebenso zwei Arbeitskollegen von ihm, nachher ging es in den Tunnel- hier ist das kein Techno-Schuppen, es gab Funky Music! Sehr tanzbar!! Bis um halb fünf...

Samstag: nachmittags hab ich mich mit Ise getroffen, wir wollten durchs Zentrum schlendern und ein paar uns unbekannte Straßen suchen, sind schlußendlich bis zur Plaza Brasil gelaufen, was wirklich schon sehr weit ist, waren etw 4h unterwegs, Kaffee getrunken, auf dem Rückweg auf der "La Vega", dem riesen Markt eingekauft, abends ging es dann zu einem Jazz-Konzert mit Maxie, Franciso und Ise, aber die Musik fand ich wirklich etwas anstrengend!! Modern Jazz- das sind Schmerzen für die Ohren! Aber es gab eine Show aus einer Kombination von Musik und Bildern- das war ganz gut...

Sonntag: ausgeschlafen, nachmittags zu Ise zum Kaffee trinken, sie hatte einen Kuchen gebacken, als ich ankam, war aber die gesamte Familie ihres Mitbewohners Nacho da- und es gab Mittagsessen- also mussten wir erstmal mit denen Mittag essen, bevor es an den Kuchen ging, danach Reiseplanung fürs kommende Wochenende mit Maxie, Linda und Ise...
Entschluß: wir fahren nach Puerto Montt und anschliessend gleich weiter zur Insel Chiloe. Es soll da zwar stark regnen und auch viel kälter sein, aber die Natur soll da wunderschön sein! Kleine Fischerdörfer, Pinguine, Pfahlbauten, Holzkirchen... usw... schon eher skandinavisch angehaucht. Ich lass mich mal überraschen und besorge mir vorher Imprägnierspray! :)