Erlebnisse aus der letzten Woche
Diese Woche hatte ich wieder ziemlich viel vor: Dienstag war ich nach der Arbeit zum Yoga, was ziemlich anstrengend diesmal war. danach hab ich mich mit Maxie getroffen und wir sind zu Ise gelaufen. Sie hatte ihren Tandem-Partner (den Philosophen) zum Essen eingeladen. Es gab Kohlrouladen mit Kartoffeln -lecker! Ihr Tandem-Partner ist echt sehr ulkig. Der redet Deutsch, als wenn er aus einem anderem Jahrhundert stammt. Das kommt wohl daher, da er sehr viele alte deutsche Bücher liest. Ein bisschen weltfremd ist er meiner Meinung nach auch, wenn er gerne die Monarchie wiederhätte... Naja, aber war ganz ulkig.
Mittwoch nach der Arbeit habe ich mich mit Hellen (Anfang 30, Schwedin, Bekannte aus der Sprachschule) getroffen. Ich hatte seit der Sprachschule nichts mehr von ihr gehört. Auf eine Mail im März hatte sie nicht geantwortet, daher fand ich es echt nett, dass sie sich jetzt gemeldet hatte. Sie hat ihrem Freund (Chilene) in Israel kennen gelernt. Nun wird sie warscheinlich ein paar Jahre hier wohnen. Bei unserem Treffen hat sie mir erzählt, wie schwer es ist mit der Familie warm zu werden. Ihr Freund ist der "kleine, 33 Jahre alte, chico der Mama und beide telefonieren etwa 3 mal am Tag miteinander! Geht gar nicht!!! Ausserdem ist es wohl nicht möglich sich mit den Brüdern und ihrem Freund mal allein zu treffen! Die Eltern sind immer mit dabei- es werden nur komplette Familien-Events daraus gemacht! Das würde mich auch annerven. Ja, das ist nicht so leicht einen Freund aus einem anderen Kulturkreis zu haben...
Jedenfalls haben wir uns an der Plaza Italia getroffen und sind dann zu Reeka (Künstlerin, auch von der Sprachschule) gegangen. Dort habe ich dann noch Claudia kennen gelernt. Sie ist Deutsche und macht hier auch ein Praktikum. Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, weil sie Politik studiert hat. Das Gute ist: sie wohnt gleich nebenan! Nur etwa 4 Häuser weiter.
Ihr Fruend, auch Deutscher (beide sind aus Berlin), ist Psychologe und arbeitet hier in einem Krankenhaus und betreut Waisenkinder. Wir vier sind dann zu einer Pizzeria gegangen und haben viel gelacht und geschnackt. Besonders Reeka (wohl auch Anfang 30, aus Ungarn) hatte viele lustige Geschichten zu erzählen. Sie sthet sehr gerne im Mittelpunkt und reisst oft das Wort an sich. Ich glaub ihr auch nicht alle Geschichten- aber es ist sehr unterhaltsam. Zum Beispiel hat sie erzählt , dass sie im Hausflur ihren Fitness-Trainer getroffen hat und sie sich dann gegenseitig ihre Wohnungen gezeigt haben. Er wollte dann mehr und meinte: "Lass uns ins Schlafzimmer gehen - I want to give you some energy!" (Und wackelte dabei im Takt mit dem Unterleib!!) Haha!! Echt sehr lustig! Sie meinte dann wohl: "Ich hab genug Energie! Raus!"
Reeka wird auf jeden Fall nicht zu meinen "besseren" Bekannten gehören. Als ich mich nämlich mit ihr mal allein unterhalten habe und sie mich gefragt hat, was ich denn so mache, war ich ja gleich abgehakt, obwohl sie mich noch gar nicht genauer kannte. "Im Büro? Das ist ja voll schrecklich!" Sie ist ja Künstlerin und kann sich nicht mit solchen kommerziellen Menschen abgegeben... Jaja! Eine sehr anstrengende Person.
Dafür fand ich Claudia umso sympathischer. Auf dem Rückweg waren wir dann noch schnell bei der Videothek vorbei und sie hat sich Sex and the City ausgeliehen... Mit dieser Serie ist es schon erstaunlich: sogar hier in Chile lieben die meisten Frauen die Stories aus Manhattan...
Alle drei Mädels wollten gerne einmal die Woche Spanisch-Unterricht bekommen. Da Reeka noch immer die Sprachschule besucht, wollte sie mal eine Lehrerin von dort fragen, ob sie auch Privatstunden gibt. Jedenfalls hab ich mich an die Lerngruppe angeschlossen, wenn es denn klappt. Und mit vier Leuten wird es ja auch warscheinlich günstiger. Aber eigentlich darf sie nicht ausserhalb der Sprachschule unterrichten... Naja, mal sehen.
Eigentlich ist mein Spanisch schon sehr gut, aber ein wenig Grammatik kann nicht schaden. Nach Feierabend hab ich nämlich echt nicht die Energie mich zu Hause hinzusetzen und zu lernen- in einer Gruppe zu einem festen Termin ist das ja anders.
