Freitag, März 31, 2006

Von Lúcuma und unerquicklichen Begegnungen...

Diese Woche gab es ziemlich viel bei der Arbeit zu tun. Das Projekt schreitet langsam voran. Ich musste mit den Entwicklern des Verkaufssystems in Kuba chatten (ein Glück nicht telefonieren), habe den Timetable fertiggestellt, nach Inhalten für die Traditionsseite gesucht und mache jetzt gerade noch eine Preisrecherche. Nächste Woche bekomme ich die beiden erarbeiteten Design-Vorschläge (nach meinen Angaben- Wow!).
Am Anfang der Woche war ich noch ziemlich kaputt von der Reise nach Pucón- Muskelkater und akute Müdigkeit, so dass Montag und Dienstag Abend nicht viel mit mir los war. Am Mittwoch sind wir, Pablo (neuer Praktikant, Franzose, IT-Student), Javier und ich zu Pablos Wohnung gegangen und haben Crepes mit lecker Lúcuma-Eis gegessen. (Lúcuma ist eine chilenische Frucht, die ein wenig nach Nuss schmeckt- mmhh!!)
Danach sind Pablo und ich zu einem Treffen von ContactChile gegangen (über die Agentur habe ich meine Wohnung gefunden). Das Treffen fand auf einer Dachterasse eines Hochhauses statt und man hatte einen Super-Ausblick. Ich hatte schon fast vergessen, wie riesig die Stadt eigentlich ist! Da konnte man es sich wieder in Erinnerung rufen. (Natürlich habe ich auch ein paar Fotos gemacht.) Das Treffen war nicht so toll. Die meisten waren Deutsche und das fand ich nicht so gut. Ausserdem waren die alle nicht so nach meinem Geschmack. Ich habe mich mit mehreren unterhalten. Der eine fand sich so geil, weil er "International Business Studies" studiert (allerdings macht er hier nur ein Scheiss-Praktikum in der Buchhaltung- haha!!), die anderen haben gar nicht richtig zugehört, wenn man etwas erzählt hat. Dann hiessen sie Hans, Georg und so weiter - bin ich irgendwie in eine Zeitmaschine geraten?! Zu einer Mädels-Truppe hab ich mihc einfcah dazugestellt und meinte: "Hallo, ich heisse Astrid und mache hier ein Praktikum. Und was macht ihr?"- Tja, da kam irgendwie nicht viel- die waren sprachlos. Waren auch etwas "kleinere" Mädels, die hier ein Austauschjahr an einer Schule machen (11 Jhrg. oder so). Naja, das war jedenfalls nicht so erquickend... Jedenfalls standen sie nachher kichernd und mit grossen Augen vor dem tollen International- Georg! Hach, wie leicht die zu beeindrucken sind und noch auf sowas reinfallen... Haha!

Gestern Abend hab ich mich mal wieder mit Marlis, der Deutschlehrerin vom Goethe-Institut (man erinnere sich: ich habe sie im Februar zufällig in Viña del Mar getroeffen und sie hat mich mit ihrem Auto an den Strand gefahren), nach dem Yoga getroffen. Sie hatte ihre Nichte aus den USA dabei und wir waren im TIP y TAP auf ein Bier und ein Sandwich. Da kann man wirklich gut essen!! Danach sind wir dann noch zu ihr nach Hause gagangen, ihr Sohn kam auch noch und später hat sie mich mit dem Auto nach Huase gefahren, so dass ich nicht die Metro nehmen musste. Sehr nett!
Heute Abend treffe ich mich mit Janine- wir haben mal Bock auf was Leckeres zu Essen, zum Beispiel auf Rotkohl oder so. Und im Supermarkt "JUMBO" gibt es wohl viele deutsche Produkte. So nach zwei Monaten chilenischen Essen sehnt man sich doch nach einem zünftigen Essen.
Hab auch wieder mal was Ulkiges entdeckt: in den Kostenlos-Zeitungen, die morgens an der Metro verteilt werden gibt es mehrere Anzeigen für Amalgam-Füllungen: "Nur 5000 Pesos (8 Euro)- ohne Schmerzen!!" Der Zahnarzt ist in der Krankenversicherung hier nicht enthalten. Glaub auch nicht, dass die staatliche Gesundheitsversicherung hier besonders viel bezahlt. Der Zahnarzt ist da auf jeden Fall ausgeschlossen.
Eine Sache , die mich hier aufregt: wenn man im Supermarkt einkauft, dann werden die 8 Teile in mindestens 6 Tüten verpackt. Von Umweltschutz haben die hier noch nicht viel gehört...
dann war ich ineinem Schreibwarenladen, um mir eine Schere zu kaufen. Ich ging zum Tresen, legte sie ab und wollte bezahlen. Aber so einfach war das nicht. Die Verkäuferin drckte eine Quittung aus und meinte: "Bitte zur Kasse gehen." Ok, kein Ding. Dann bin ich wieder zurück, um mir die Schere abzuholen, aber sie war nicht mehr da- ich musste zur Warenausgabe gehen!! Ha?! Was ein Quatsch! Der Laden war superklein und es war nichts los... Ich meine, ist ja gut, dass so Arbeitsplätze geschaffen werden, aber als Kunde kommt man sich schon ein bisschen verarscht vor!! Generell fühlt man sich in den Läden immer beobachtet, weil es überall Wachpersonal gibt. Aber es muss anscheinend sein. Ich fühle mich eigentlich ganz sicher hier. (schnell aufs Holz klopfen...)
Hier wechselt das Wetter nun langsam- schnief! Bin schon ganz traurig. Der Herbst kommt. Gestern war es echt kalt draussen- nix mehr mit T-Shirt, man musste schon einen Pulli anziehen. Also, alle die mich beneidet haben: ihr werdet es nicht mehr lange tun. Schliesslich habe ich zwei Herbst und zwei Winter in Folge...

Montag, März 27, 2006

Pucón - ein Wochenende des Adrenalins

Donnerstag Abend sind Janine und ich mit Pullman gegen 21.15h in Richtung Pucón gestartet. Da und angekündigt wurde, dass es im Bus ein "Cena= Abendessen" gibt, hatte ich vorher auch nichts gegessen. Naja, als wir dann eine kleine Tüte Erdnüsse und Chips und einen Becher Brause in der Hand hielten, staunten wir doch nicht schlecht!! Naja, für ein Kind wäre es das beste Essen überhaupt gewesen... Die Busse waren relativ gemütlich, man konnte den Sitz ziemlich weit nach hinten stellen und vorne ein Beinteil herunterklappen. Waagerecht hat man trotzdem nicht gelegen. Die Decken wurden bestimmt seit 10 Jahren nicht gewaschen- dementsprechend müffelten sie auch. (Auf dem Rückweg hatten wir aber einen super-neuen Bus und keine Probleme)
Schon morgens, als wir gegen 8.30 h in Pucón ankamen, empfing uns die Sonne. Da wir so früh dran waren, war in dem von der Ex-Mitpraktin empfohlenen Hostel "L école" zunächst noch kein Zimmer frei. Daher haben wir erstmal ausgiebig gefrühstückt und gewartet. Das hat sich auch ausgezahlt, denn nachher gegen 10.30h konnten wir unser Zimmer beziehen. Das Hostel war super gemütlich, hatte ein eigenes vegatarisches Restaurant dabei. Das Essen war super lecker und nahrhaft (selbstgebackenes Brot, frischgepresster Saft...), was man bei den Aktivitäten vor Ort auch zu sich nehmen muss.
Pucón ist eine reine Touristen-Stadt, die sich auf Adventure-Sport-Touristen ausgerichtet hat. Sie liegt im mittleren Süden von Chile an einem See. Im Hintergrund gibt es mehrere aktive Vulkane, ganz nah liegt der Vulkan Villarica- mit dem letzten Ausbruch 1983. Dann gibt es noch viele Naturparks zm Raften, Canopeing, Klettern, Mountainbiken, Wandern, Baden usw.
Wir hatten uns entschieden am Freitag einen 4 h-Ausflug mit dem Pferd zu unternehmen, um so die Landschaft ein wenig zu begutachten. Das hat auch wirklich Spaß gemacht, aber ein wenig mulmig war mir schon... zumal mein letztes Erlebnis auf einem Pferd nicht so gut ausging und ich mir den Arm gebrochen hatte. Wir sind dann mit dem Chilenen Miguel und seinen Pferden ausgeritten. Der hatte die Pferde wirklich im Griff und konnte so reiten wie ein Cowboy. Er hatte die Zügel nur locker in der Hand und hat das Pferd hauptsächlich durch die Beinmuskeln gelenkt. Nachher zum Ende hin wurde ich auch immer sicherer. Einmal ist mir das Pferd allerdings durchgegangen- das war nicht so witzig! Da ging mir vielleicht die Pumpe... aber Miguel hatte mich schnell eingeholt... Wir sind durch ziemlich tiefe, schnell fliessende Flüsse geritten, durch den Wald, am Fluss entlang usw. Miguel hat uns dann etwas über die Mapuche-Indianer erzählt und uns Beeren gepflückt, die wirklich superlecker waren. Die hab ich noch nie vorher gegessen. Habe leider wieder den Namen vergessen. Ich hätte die nie angerührt, weil die wie Vogelbeeren aussahen. Das erste Schmerz-Empfinden kam dann bei Abstieg vom Pferd- wir sind wie John Wayne gelaufen...
Kurz vor der Horse-Riding-Tour hatten wir uns entschieden am Samstag den Vulkan zu besteigen... Tja, hätten wir gewusst, wie kaputt wir schon nach dem Reiten waren... Aber es kommt noch schlimmer... hehe... (mittlerweile kann ich drüber lachen...)
Am Samstag mussten wir dann um 6.30 h aufstehen. Um 7h haben wir uns beim Veranstalter mit den anderen "Mutigen" getroffen, die Bergsteiger-Klamotten angezogen und uns zum Vulkan fahren lassen. Ich weiss nicht, was in uns gefahren ist... Als wir dann unten am Fuß standen und hinauf blickten, ahnten wir immer noch nicht so ganz, was da auf uns zukommen würde... Schon allein die Fahrt mit dem Lift war für mich die reinste Horror-Tour! Ich und Höhe... wer mich kennt, weiß das ich das gar nicht abkann. Es gab bei diesem nennen wir es mal "antiken" Lift weder einen Gurt, noch eine Stange oder sonstwas zum Sichern. Daher krallte ich mich an der linken Stange fest und hatte mir immer im Mantra vorgesagt: "Alles ist gut. Das Ding hält. Gleich sind wir da....Angst ist nur ein Gefühl." und steif nach oben zum Vulkan geguckt. Jedesmal, wenn wir an einem Pfeiler vorbeikamen, schwankte dieser Lift... Grausam!! Wenn ich mich alleine in dieses Ding hätte setzen müssen- ich hätte es nicht gemacht!! Tja, oben angekommen, dachte ich, ich hätte das schlimmste schon überstanden! Aber weit gefehlt...

Es kam noch viel Schlimmer. Schon nach der ersten Viertelstunde merkte ich, dass meine Kondition dafür überhaupt nicht ausreicht. Ich war schon ordentlich am Stöhnen und Schwitzen und musste alle paar Schritte eine Pause machen. Dieser blöde Weg war permanent steil und die Truppe von "Super-tollen-Sportlern" sowas von schnell, dass ich schon echt Hass-Gefühle bekommen habe. Unser Guide hat eigentlich nur die ganze Zeit den folgenden Satz gesagt: "Vamos chicas! Solamente cinco minutos pausa." Die anderen beiden Mädels aus unserer "langsamen" Truppe waren schon langsam sauer, weil wir so lahmarschig waren und sie unbedingt bis zur Spitze wollten. (Dabei hatte die eine vorher einen Heulkrampf gekriegt, weil sie Schiß hatte abzustürzen...) Nach der Hälfte konnte ich echt nicht mehr. Mir war schlecht, mein Herz raste, meine Hände zitterten und die Beine waren wir Pudding! Was nun!? Ich entschied mich , mich nocheinmal aufzuraffen und es bis zum nächsten Erholungspunkt zu schaffen. Das klappte auch, wenn nur mit Mühe und Not.
Ein Glück schien die Sonne und es gab keine Wolken, so dass ich mit Janine auf die Truppe warten konnte, bis sie uns wieder aufgabelten. Tja- das ganze Warten dauerte aber 3 Stunden und nachher wurde es echt kalt. Der Ausblick war zwar super, es war totenstill, aber für kein Geld der Welt klettere ich nochmal auf diesen dämlichen Vulkan! Es war übrigens eine sehr gute Entscheidung zu warten, denn im Krater selbst konnte man zur Zeit kein Magma sehen und es war arschkalt da oben.
Zurück mussten wir auf dem Hintern runterrutschen- unser "Hackebeil" diente als Bremse... was nicht so gut klappte. Ich hatte echt Speed drauf und hab mich dann auch noch ein paarmal überschlagen... Man hat auch nie gesehen, was hinter dem Abgrund kam - das war alles nichts für meine Nerven!! Zumal der Guide dann noch sagte: "So, bei dieser Rutsche müsste ihr am Ende wirklich stark bremsen-nach 10 m kommt der Abgrund!" Super! Wieder Adrenalin pur... - mir reichte es langsam. Janine ist dann bei der Rutscherei auch noch gegen einen Felsen geprallt. Ein Glück war aber nichts passiert. Auf wackligen Beinen begaben wir uns schnellstmöglichst nach unten. Ich war so froh, als ich endlich wieder unten angekommen war - das war wie Weihnachten und Geburtstag zusammen...
Ein Horrortrip dieser Vulkan! Der Guide war auch echt ätzend! Statt mal zu fragen, wie es mir geht, ob er mir helfen kann usw. hat er sich die ganze Zeit nur um seine "wunderschönste Frau der Welt" Paulina aus Brasilien gekümmert!! Arschloch! Ich war echt sauer! Der hätte mich auch allein da oben warten lassen- echt unverantwortlich! Und die in der Reiseagentur sind auch reinste Geldabzocker: ich hatte im Büro nämlich noch gefragt, ob es eine Person schaffen kann, die nicht so gute Kondition hat... "Na, klar!! Kein Problem!!" - vielen Dank im Nachhinein... Abends ging dann gar nichts mehr. Mein Körper war echt am Ende...
Und was auch nervig war: (sorry, Hans, aber ich muss jetzt mal lästern) die Amerikaner gingen uns sowas von auf die Nerven! Das ganze Hostel war voll davon und alle haben immer nur gesagt: " Yeahhh! We did that! Thaaaat was fun!" Ich konnte es nicht mehr hören... Alles war fun- sogar Pizzaessen im Restaurant! Hilfee! Und wenn man dann gesagt hat, dass man die Vulkan-Tour scheiße fand, dann blickte man in entsetzte Gesichter! - "I couldn't understand why they took the brakes! I just threw my hands in the air and flew down! Wow! That was fun....!!" wüürrg!! Und dann dieses amerikanische Spanisch! Schrecklich! Geht gar nicht.
Die Sportskanonen haben sich am Sonntag natürlich Mountain-Bikes ausgeliehen und sind die steilen Hänge hinauf zum Wasserfall gefahren...
Wir haben uns am Sonntag einen Relax-Tag gegönnt. In den Natur-Thermen "Las Pozones". Heisse Bäder 37° und 45° Celsius. Das war angenehm für die geschundenen Muskeln. Da konnte man mal so richtig relaxen. Dann haben wir noch den Tag im Hostel ausklingen lassen und heute morgen gegen 8 h bin ich dann in die Wohnung gekommen, hab kurz meine Sachen ausgepackt, bin unter die Dusche gesprungen und zur Arbeit gefahren. Wobei ich natürlich alles andere als fit war... Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. War ein schönes, ereignisreiches Wochenende!

Donnerstag, März 23, 2006

Stressige Woche ist vorbei

So, endlich geschafft: die Woche ist rum. Und das Gute ist: ich hab moirgen einen Tag frei bekommen. Gleich geht es los. Janine und ich fahren für 3 Tage nach Pucón, das liegt etwa 650 km südlich von Santiago. Die Busfahrt dauert 10 Stunden- ein Glück gibt es sogenannte "Cama"-Busse mit Betten- wird sich aber noch herausstellen, wie gemütlich das wirklich ist. Im Preis inbegriffen sind ein Abendessen und ein Frühstück. Im Süden regnet es ziemlich viel, gerade weil ja jetzt schon eigentlich Herbst ist. Naja, das yahoo-Wetter hat sonnige Tage mit ca. 16 Grad angesagt. Das wäre ja schon super! Habe trotzdem Regenjacke usw. eingepackt und wärmere Klamotten. Vor Ort kann man super viele Angebote in Anspruch nehmen: Rafting, Reiten in den Bergen, Thermen-Baden bei Nacht usw. das wird bestimmt super spannend und aufregend. Auf jeden Fall werden wir wohl auf den Vulkan hinaussteigen. Man kann anscheinend in die Lava gucken und von oben hat man einen Super-Ausblick über die Seenlandschaft. Das soll das so ähnlich wie in Skandinavien sein.
Die Woche war echt super anstrengend im Büro. Das Kuhglocken-Projekt geht jetzt los. Ich bin die Koordinatorin ("WOW") und habe heute einen Zeitplan aufgestellt, Ideen und Fotos für das Layout gesammelt und mit den Software-Entwicklern für das Verkaufssystem in Kuba gechattet! Der Chef ist mal wieder auf Reisen und vorher "durfte" ich dann noch einige Dokumente übersetzen. Das war echt schwieirg, weil es da nur um Server und so weiter ging und ich überhaupt nicht verstanden habe, was ich da eigentlich übersetze... Von Spanisch auf Englisch und von Deutsch auf Englisch... Bei der ersten Variante hat mir ein Glück Javier, der chilenische Praktikant, ein wenig geholfen... Heute Mittag war die andere Praktikantin Astrid nochmal da und hat endgültig "Tschüß" gesagt. Ja, so nach und nach hauen sie dann alle ab- schnief!
Dienstag hab ich mich mit Marielouise, Maxi und deren Freunden abends getroffen und wir sind in zwei Kneipen gegangen und haben geschnackt. Die gehen morgen zum Konzert von Mano Chao- auch nicht schlecht.
Mittwoch war ich wieder beim Yoga. Diesmal war es wieder sehr merkwürdig. Der ganze Körper fing nachher an zu kribbeln und ich war auf dem Nachhauseweg sowas von müde. Ich bin in Zeitlupe gelaufen- ich konnte gar nicht schneller! Und diesmal hat es ein Mann gemacht (natürlich auch mit einem Turban auf) und als wir die Übungen nicht so gut machen konnten , hat er immer lachend auf seine Uhr geguckt und gesagt: "Haha- nur noch 15 Sekunden, haha und noch 15 Sekunden!" Sehr nett! Aber war ganz lustig.
So, nun muss ich los. Gleich treffe ich mich mit Janine.

Montag, März 20, 2006

Das Wochenende

Freitag Abend war ich mit Justin im Kino... war noch sehr stressig, weil ich nach der Arbeit schnell nach Hause gehahren bin, noch Geld abheben musste und dann schnell wieder mit er Metro losgedüst bin. Wir haben "Paradise Now" gesehen- ein Film, der auf der Berlinale gross abgeräumt hat. Ein Film über zwei Freunde im Nahen Osten, die auserwählt werden Bomben-Attentäter in Tel-Aviv zu werden. Da der Film auf arabisch war und es nur den spanischen Untertitel gab, musste man sich schon sehr konzentrieren. Aber war ok.
Samstag Mittag war ich bei Lidia zum Mittag eingeladen. Sie hat "Porotos y Granados" gekocht- ein typisch-chilenisches Gericht. Das war eine Art Eintopf aus Linsen und Mais mit Gewürzen. War ganz lecker. Zur Nachspeise gab es gekühlte rosa Weintrauben- sehr fruchtig und lecker! Pedro war leider nicht da - er musste arbeiten. Lidia hat mir dann noch eine Kette und dazu passende Ohrringe aus bolivianischen Steinen ("Guahyudos" oder so, rot /schwarz) geschenkt, die sie selbst gemacht hat. Sie ist sehr kreativ: sie malt und bastelt gerne. das war echt lieb von ihr.
Abend shab ich mich dann um 21h mit Tobias, Keno und Javier getroffen und wir sind zusammen zu Janine¨s WG gelaufen. Sie wohnt mitten im Zentrum, hat aber eine riesige Dachterrasse. Und da haben wir dann gesessen, Wein getrunken und geschnackt. Wir waren wirklich eine Multi-Kulti-Truppe: eine Italienerin, eine Kolumbianerin, zwei Chilenen, eine Französin und wir vier Deutschen. Nachher sind wir dann in die Disko "Blondie" gegangen. Sehr coole Musik: Franz Ferdinand, The Libertines; Oasis, Pulp, Hot Hot Heat, Cake usw... Sehr tanzbar... und coole Location! Eine alte Lagerhalle, die sehr cool beleuchtet war und viele Video-Leinwände hatte, wo zu den Liedern immer die passenden Video-Clips abgespielt wurden. Mitten in der Nacht gab es dann auf einmal noch eine Modenschau in der Disco auf dem Laufsteg! Das ist mal ne coole Idee. Die Musik war gerade am Höhepunkt angekommen, da lief aufeinmal ein Model auf dem Laufsteg. Ich dachte zuerst: " Hä? Was ist denn das für eine Person, die jetzt so tut, als wenn sei ein Model wäre..." - aber dann ging es erst richtig los. Und als das erste männliche Model auf den Laufsteg kam, fingen die Mädels total an zu kreischen... Der sah aber auch echt nicht schlecht aus!
Die hatten auch einen sehr merkwürdigen Modestil im Blondie: die Mädels sahen so aus wie eine Mischung aus Schulmädchen und Punk. Schwarz war die Hauptfarbe (Placebo war ja auch der eigentliche Themenabend) und die Mädels trugen schwarze Mini-Schulranzen auf dem Rücken... Schon ein wenig strange...
Sonntag hab ich mich dann erstmal von den ganzen "Strapazen" erholt und heute morgen habe ich meinen chilenischen Personalausweis "Cedula" abgeholt. Da ist sogar mein Fingerabdruck mit drauf...

Freitag, März 17, 2006

Der Chef ist da und Ooommmmmmmm....

Donnerstag Mittag waren wir (die beiden Praktikanten und ich) zu einem Cafe gegangen, um einen Salat zu essen. War wieder sehr günstig: mit einem frisch gepressten Saft hat es nur 3.80 Euro gekostet. Nicht schlecht. Wir hatten es uns gerade so gemütlich gemacht (ein wenig länger als die normale Pause- so ca. 2.5 Stunden..), da klingelte das Handy der Französin (Praktikantin, Astrid, Frankreich) und die Sektretärin fragte, ob wir nochmal wiederkämen... UUups! Aber es gab dafür einen Grund: der Chef war von seiner Geschäftsreise zurück und hatte extra zum Abschied für Astrid, weil sie ihren letzten Tag hatte, ein kleines Büfett bestellt: frische Früchte, Pizzaecken, Blätterteig mit Käse gefüllt, selbstgemachte Pralinen usw. Schade war nur, dass wir schon so satt waren- hätte man das gewusst! Dann standen wir alle in seinem Büro und haben Sekt getrunken (nicht so leckerer), aber nun gut. Trotzdem war alles ein wenig verklemmt und man stand da so herum wie Falschgeld. Weiss auch nicht. Irgendwie ist das ein merkwürdiger Typ. Man kann ganz schwer eine Verbindung zu ihm aufbauen. Weiss noch nicht woran das liegt. Es kommt mir so vor, als wenn er selbst etwas unsicher ist... Naja, ich werde das beobachten und sehen, wie es sich entwickelt.
Naach der Arbeit habe ich mich dann mit zwei Mädels getroffen. Die eine kannte ich schon vom InWEnt-Vorbereitungsseminar aus Köln (Marielouise, macht Praktikum bei einem Restaurierungsbetrieb) und die andere war ihre Freundin Maxi (studiert hier ein Semester). Wir haben uns dann in ein Eiscafe gesetzt und haben erstmal ne Runde geschnackt und geschlemmt: Brownie mit Vanilleeis. Hhhmm! Mit den beiden werde ich bestimmt mal wieder was machen.
Dann war ich gestern zum ersten Mal bei einem Yoga-Kurs. Ich wollte unbedingt irgendetwas für meinen Körper hier machen, weil ich den ganzen Tag nur am Schreibtsich sitze. Meine Füsse sind abends immer total angeschwollen von der Hitze usw. Nun ja, das war eine sehr interessante Erfahrung... - Grins. Den Kurs hat eine Frau in weissen Klamotten mit Turban auf dem Kopf gemacht. Man trägt bequeme Sportklamotten und sitzt barfuss im Schneidersitz auf dem Boden. Zu Beginn wird ein Mantra gesungen und alle schliessen die Augen. Also ich konnte meine Augen nicht schliessen: ich fand das ja echt merkwürdig! Ich hab mich die ganze Zeit umgesehen und dachte nur: Oh, Gott! Wo bist du denn jetzt gelandet!! Ein Glück kennt mich hier keiner! haha! Aber dann wurden verschiedene Übungen gemacht und ich habe gemerkt, wie sich alle Muskeln so langsam gelockert haben. Nachher wurde das Licht noch ausgeschaltet und man hat so ca. 10 Minuten total relaxt. Danach war ich maximal- entspannt!! Echt super. Leider habe ich nicht immer genau verstanden, was wir machen sollten, aber ich habe mir das einfach bei meiner Nachbarin abgeguckt.
Nächste Woche gibt es wieder viel bei der Arbeit zu tun. Ich werde wohl einige Projekte selbständig bearbeiten d.h. internationales Projektmanagement machen! Nicht schlecht! Ich habe dann sogar einige Mitarbeiter "unter" mir und muss alles koordinieren. Aber das wird eine grosse Herausforderung werden! Allein sprachlich- aber daran wächst man ja nur. Klappt auch immer besser mit dem Spanisch.
Morgen Mittag bin ich bei Lidia und Pedro zum Mittag eingeladen. Ich bringe dann den Nachtisch mit. Ich denke ich mache einen Apfel-Himbeer-Crumble. Das ist schön einfach und machbar, denn eine Küchenmaschine habe ich in meiner Wohnung nicht. Ausserdem ist das ein Gasofen und man kann keine Temperaturen einstellen.
Heute Abend geht es eventuell ins Kino (mal wieder wie zu Hause fühlen), morgen Abend ist ne Party angesagt. Juhu! Wir treffen uns bei Janine in der Wohnung. Sie hat ne grosse Dachterasse.
Da werden wir erst einmal vorglühen (es kommen insgesamt wohl ca. 10 Leute- alle Multi-Kulti)und dann geht es ins "Blondie"- eine Rock-Disko. Nicht mit Hard-Rock oder Metal, sondern Alternative, Indie, Electronica, Brit, Elektropop usw. Bin ja mal gespannt. Da gibt es morgen den Themenabend "Placebo" im Hauptsaal (ist eine Disko mit mehreren Floors). Und mit den Eintrittskarten ist das hier auch ganz ulkig: je früher man kauft, desto günstiger sind die Eintrittskarten und es gibt immer ein paar Give-aways dazu. (Pins, Poster, Drinks usw.)
Sonntag werde ich dann ersteinmal relaxen, denke ich. Muss ja auch mal sein.

Dienstag, März 14, 2006

Das Foto-Album ist fertig

Sallo Leute,
jetzt ist es endlich soweit: das versprochene Fotoalbum ist da!! Ich habe bereits einige Einladungen mit Passwörtern verschickt. Wer noch keine E-Mail bekommen hat und sich gerne meine Fotos ansehen möchte, der schreibt mir bitte kurz eine E-Mail. Dann bekommt ihr sofort einen Zugang.

Ansonsten gibt es im Moment nicht viel Neues. Beim Praktikum gibt es viel zu tun. Bearbeite nun zwei Projekte gleichzeitig. Ich schreibe Proposals (ein Glück auf deutsch) für Kunden in der Schweiz. Gestern hab ich dann nach der Arbeit noch an dem Fotoalbum gearbeitet.
Ich hoffe, es gefällt Euch. Es ist thematisch sortiert, so dass man sich auch nicht alle Fotos auf einmal ansehen muss. Sind nämlich schon ganz schön viele. Aber wie ich finde sehr Schöne:
von Santiago, meiner WG, Lidia und Pedro, Valparaíso, Viña del Mar, Pomaire, Isla Negra und der Feier für Michelle Bachelet und vielem mehr.

Viel Spass dabei.

Montag, März 13, 2006

Isla Negra und Michelle Bachelet

Sitze nun wieder frisch am Montag Morgen bei der Arbeit. Freitag Abend hab ich mich ne Weile mit der neuen Mitbewohnerin unterhalten. Ist echt gut, dass sie bei uns eingezogen ist, denn sie kann kein Englisch und so bin ich gezwungen Spanisch zu sprechen. Das bringt dann auch mal was. Dann hatte ich mir Nudeln mit Tomatensosse gemacht- das ist hier fuer mich schon fast ein Festessen, denn das Essen kann man hier echt vergessen... Die koennen nicht kochen. Alles ohne Geschmack.
Samstag morgen gegen 11 h sind Janine und ich mit dem Bus nach Isla Negra gefahren. Das ist keine Insel, sondern ein kleines Dorf suedlich von Valparaíso. Dort steht das Lieblingshaus von Pablo Neruda. Leider war dieses Haus sehr kommerziell aufgemacht. Das war schon echt ein Museum. Schade, denn bei den anderen Haeusern kam es einem noch so vor, als wenn er gerade eben noch darin gewohnt haette.
Trotzdem war es sehr schoen in Isla Negra. Wir hatten Glueck mit dem Wetter: die Sonne schien und es gab ein bisschen Wind. So konnte man es gut dort aushalten. Nachdem wir das Haus besichtigt haben, haben wir uns ein Eis gekauft und uns an den Strand gesetzt. Mir gefiel er besonders gut, weil es viele Felsen gab (im Wasser und auf dem Strand selbst). Daher habe ich auch sehr viele Fotos davon gemacht... Interessant war auch: es gibt dort sehr merkwuerdige Algen. Die liegen dort ueberall herum und sehen aus wie Kraken. Dicke, lange, dunkelbraune Krakenarme. Und das Witzige ist: ich hab die schonmal gebuendelt in einem Laden gesehen und da dachte ich, es waeren irgendwelche getrocknete Rinderhaeute fuer die Hunde zum Kauen! Haha! - Also sind es Algen. Aber was die damit machen- keine Ahnung!
Zum Abschluss des Tages wollten wir dann noch etwas Essen gehen. Leider war es wieder ein Reinfall. Gekochtes Haehnchen mit einer faden Sosse und einem gemischten Salat ohne Geschmack. Da kann man sich echt aergern. Und fuer chilenische Verhaeltnisse nicht billig.
Nachts wurde ich gegen halb fuenf von unserem Nachbarn geweckt, die dann erstmal in ihrer Wohnung eine lautstarke Party gefeiert haben. - Sehr schoen!
Da am Samstag der Typ von VTR (dem Kabelanbieter) da war, konnte ich Sonntag das erste Mal von zu Hause ins Internet. Juhu! - (Dachte ich! Aber nichts hat funktioniert...) Ein Glueck hat Andrea auf Spanisch alles mit der Kunden-Hotline geregelt, so dass es dann losgehen konnte.
Gegen 18 h bin ich mit Alana (der Amerikanerin) in einem Micro-Bus in die Stadt gefahren. Das ist echt sowas von gefaehrlich mit diesen Bussen. Die fahren wie die Henker! Du steigst ein und dann fahren sie auch schon los. Du musst dich festhalten und gleichzeitig im Portemonnaie nach Geld suchen und bezahlen. Natuerlich ist die Tuer die ganze Zeit waehrend der Fahrt offen. Ich habe echt gedacht: wenn der Typ jetzt bremsen muss, dann fliegst du aus dem Bus! Auf dem Rueckweg mussten wir aus dem Bus foermlich rausspringen, weil er nie ganz anhaelt! Das ist ein Abenteuer! das sind auch so ganz alte, klapprige Teile!
Wir haben dann Janine abgeholt und sind auf die wichtigste Strasse, die Alameda, gelaufen. Dort gab es ein grosses Begruessungsfest fuer die neue Praesidentin Michelle Bachelet. Wie ich es mir schon gedacht hatte, waren die Chilenen total aus dem Haeusschen. Die haben die ganze Zeit wie wild mit Fahnen gewedelt und hatten Schaerpen mit den Nationalfarben (blau, rot, weiss) um. Besonders die Frauen waren ganz stolz.
Tja, wenn ich da an Deutschland denke: da gab es kein Fest fuer Angie... und wenn man mit Deutschlandfahnen weht, hat das irgendwie auch einen merkwuerdigen Beigeschmack, finde ich. Ausser bei der Fussball-WM. Hier haengen uebrigens auch Plakate fuer die Fussball-WM aus: !Disfruta la Copa Mundial! (Geniesse die Fussball-WM)
Auf dem Fest traten viele nationale Stars auf, eine Saengern wurde ausgebuht (warum auch immer), die Nationalhymne wurde lautstark von allen gegroehlt (mit Faeusten in der Luft- die Chilenen lieben ihr Land) und Michelle Bachelet hat immer wieder ins Publikum gewunken. Wir konnten das auf einer Video-Leinwand sehen. Als sie dann gegen 21h zu ihrem Volk sprach, waren alle ausser Rand und Band. Ich konnte eigentlich alles, was sie gesagt hat, gut verstehen, weil sie langsam und sehr klar gesprochen hat. Das war ein Erfolgserlebnis!
Was merkwuerdig ist: man kann kein Bier auf solchen festen kaufen. Alkohol in der Oeffentlichkeit zu trinken ist hier verpoehnt. Gar nichts auszudenken in Deutschland - Kieler Woche, Husumer Hafentage usw. ohne Bier oder Aehnlichem? Und es gibt keine Essensstaende. Es laufen immer wieder Leute mit selbstgemachten Sandwiches oder mit diesen widerlich suessen Keksen durch die Menge. Die haben natuerlich keine Lizenzen. Das braucht man hier auch nicht. Aber ich hab da lieber nichts von genommen... Janine hat sich bei einem Stand einen "Completo" gekauft. Das ist ein HotDog mit viel Avocadocreme und Mayonese... Sehr fettig und auch nicht so mein Fall.
Heute hab ich schon wieder einen neuen Auftrag vom Chef per E-mail bekommen. Ich soll wieder einen Vorschlag fuer den Aufbau einer Internetseite eines Schweizer Pharmaherstellers schreiben. Das Layout haben wir schon letzte Woche entwickelt. Nun muss noch alles schriftlich festgehalten werden. Und das ganze noch heute. Also, dann mal ran an die Arbeit...

Freitag, März 10, 2006

Versunken in Bergen von Papier...

Tja, ein Glueck ist Freitag. Diese Woche war doch sehr anstrengend. Arbeite gerade noch an einer PowerPoint-Praesentation fuer den Chef. Morgen wird er mein erarbeitetes Konzept fuer den Kuhglocken-Hersteller vorstellen. Da bin ich ja mal gespannt.
Das Telefon-Problem hab ich ganz einfach geloest: hab einfach den Hoerer schraeg aufgelegt, so dass jetzt keiner bei mir anrufen kann... hehe. Wird dann an die anderen Telefone weitergeleitet. Hoffe ich zumindest... im Moment ist es so still.
Dann hatte ich noch eine nicht so tolle Aufgabe: da die StockerGroup auch Prospekte herstellen laesst und auch die Qualitaetskontrolle im Haus macht, war ich diese Woche dran. Auf mich warteten ca. 70 Kartons mit je 30 Prospekten... Alle kurz mal durchblaettern und gucken, ob der Schnitt gut ist, ob keine Knicke drin sind und ob keine Druckerschwaerze auf den Seiten ist.
Jetzt warten noch ca. 20 Kartons auf mich- aber am Montag.
Heute morgen ist meine neue Mitbewohnerin eingezogen. Sie studiert Tiermedizin und ist Chilenin, heisst Andrea. Scheint ganz nett zu sein, aber mehr kann ich auch noch nicht sagen. hab sie nur kurz vor der Arbeit in die Wohnung gelassen.
Morgen werde ich mit Janine einen Ausflug zur Isla Negra machen. Dort steht das dritte und letzte Haus von Pablo Neruda. Hab ja schon davon erzaehlt. Wir wollen endlich mal raus aus dieser lauten Stadt...
Mein Internetanschluss funktioniert immer noch nicht zu Hause. Wir warten seit Montag auf den Installateur- tja, ist hier eben Lateinamerika...
Von Samstag auf Sonntag werden hier die Uhren umgestellt: eine Stunde zurueck. Das bedeutet fuer Euch: Ihr muesst nun 5 Stunden abrechnen.

Mittwoch, März 08, 2006

Telefonterror und Machos

Hilfe! Es ist wirklich schrecklich. Jedesmal wenn die Sekretaerin auf der anderen Leitung spricht - und das ist oft- klingelt bei uns im Zimmer das Telefon. Und wer muss da rangehen? Dreimal duerft ihr raten... Tja, und ich verstehe leider echt nicht, was die von mir wollen! Ich verstehe auch nicht, warum ich unbedingt das Telefon abnehmen muss. Ich kann von allen hier am schlechtesten Spanisch sprechen! Alle anderen sind Einheimische bzw. die eine Praktikantin ist nun schon fuenf Monate hier! Ist doch auch schlecht fuer die Firma, wenn da so eine "Stuemperin" die Anrufe entgegennimmt. GGrrrgg!
Dann hab ich mich heute wieder ueber die Maenner hier geaergert... Die glotzen einen an, als wenn man eine Ausserirdische ist. Echt aetzend! Hatte ich heute in der Metro... und wenn man dann zurueckglotzt, dann gucken sie trotzdem nicht weg - keine Reaktion! Rese hatte mich in einer EMail gefragt, ob ich denn schon braun bin... Tja, sonnen ist hier unter diesen Umstaenden gar nicht moeglich! Nicht dran zu denken, sich als Frau- und erst Recht als Europaerin - im Bikini oder auch nur so in den Park zu legen!!! Es kommen einem auch Maenner auf der Strasse entgegen, die dann erst schnalzen (als wenn man ein Pferd ruft!!) und dann sagen: "Linda! Rico! Hermosa!Aijaijai!"- Da kann man nur mit den Augen rollen! Ein Typ (erst 17 oder so) blieb stehen und sagte: "Hola chica. Mi nombre es Juan!" - Muy interesante, chico...
Beim Praktikum gibt es noch nichts viel Neues... habe eine Ausschreibung vom Spanischen ins Deutsche uebersetzt, damit ich ueberhaupt verstehe, worum es da geht. Jetzt soll wohl ein Proposal (Vorschlag) geschrieben werden. Ich hab keine Ahnung, wie man sowas macht- erst recht nicht auf Spanisch!!

Montag, März 06, 2006

Von Schuhen, Taxi-Abzockern und einem Brand

Freitag Abend hab ich mich mich Tobias und Keno aus Deutschland getroffen. Beide sind auch InWEnt-Stipendiaten und sind erst seit einer Woche hier. Wir sind dann zusammen ins Ausgehviertel Bellavista gegangen und haben da ein Bier getrunken und ein wenig geschnackt. Zurueck hab ich dann das erste mal ein Taxi allein genommen. Da ist ja nicht wusste, wieviel es kosten wird, konnte ich auch nicht gross Einspruch erheben als der Taxi-Fahrer meinte: 2000 Pesos!- das sind zwar nur ca 3.20 Eur, aber das war fuer hier schon echt frech!
Am Samstag hab ich dasnn erstmal ausgeschlafen und am fruehen Nachmittag bin ich dann mit Alana in eine grosse Einkaufs-Mall gefahren. Da hab ich dann sogar meine heiss-ersehnten schnieken Schuhe bekommen, fuer die ich schon in drei andere Malls gefahren bin. Da haben wir uns dann noch einen Wrap und eine Kugel Eis von Hagen Dazs gegoennt. (Starbucks gibts hier auch- aber vom Preis tut sich da nicht viel- ich frage mich echt, wer sich das hier leisten soll. Die Meisten verdienen im Durchschnitt nur 500 USD, davon gehen schon mal 40% fuer Fahrtkosten zur Arbeit drauf.) Naja, es gibt hier ja auch eine gewisse Oberschicht... Die wohnen in den Vierteln Las Condes und Vitacura. Da sollen richtige Villen stehen (natuerlich Hochsicherheitstrakte).
Samstag Abend hab ich mich dann mit Janine getroffen. Wir sind dann einen Salat essen gewesen (Tomate/Avocado fuer 1.25 Eur und 2 Glaeser Wein fuer 2,80 Eur) und haben auch ein wenig geschnackt. Eigentlich wollten wir auch gern mal tanzen gehen, aber da wir nicht wussten, in welche Disco, haben wir es dann sein lassen.
Sonntag war ich dann im Supermarkt einkaufen. Da ich es hasse, Lebensmittel einkaufen zu gehen (sehr laestig), hab ich mir gedacht: "Ach, kaufst du einfach fuer die ganze Woche ein!"- Dass es nachher leider zuviel zum Tragen war, hab ich dann auch erst auf dem Nachhauseweg bemerkt... Aechzz!
Am Nachmittag haben Janine und ich das Haus des chilenischen Dichters und Nobelpreistraegers Pablo Neruda besucht. Wir haben schon in Valparaíso ein Haus von ihm gesehen und weil es so schoen war (von der Einrichtung usw.), wollten wir uns das hier auch nicht entgehen lassen. Wir hatten einen chilenischen Musik-Studenten (Rogelio, mit langen schwarzen Haaren) als Fuehrer, der auch Deutsch sprach. Der hat sich echt Muehe gegeben und uns auch ein paar Details erzaehlt. Die Haeuser von Neruda sind echt irre. Viele verwinkelte Raeume mit witzigen Details. (z.B. hat er einen Amethyst mit in die Steinmauer des Wohnzimmers einbauen lassen, weil es Glueck bringt oder er hat einen Schrank, der aber eine Geheimtuer zu einem anderen Zimmer ist...dann war er leidenschaftlicher Sammler von vielen Dingen: Muscheln, Postkarten, Glasvasen in verschiedenen Farben usw. In den Zimmern stehen di etollsten Moebel- alle hat er auf Auktionen oder in Antiquitaeten-Laeden erstanden. Und trotzdem wirken die Zimmer nicht zu vollgestellt.
Als wir auf unsere Fuehrung gewartet haben, haben wir uns einen Eisbecher bestellt und im Garten des Hauses gesessen. Auf einmal roch es so nach Qualm... und als wir in den Himmel blickten, stieg eine schwarze, riesige Rauchwolke ueber uns hinauf. Dann wurde es aufeinmal laut und man konnte hoeren, dass aus allen Himmelrichtungen Feuerwehren im Anmarsch waren. Ein Kongressgebaeude hatte gebrannt. Naja, weiter ist nicht passiert- es ist kein Mensch zu Schaden gekommen. Aber die Luft war echt schlecht und die Asche ist uber uns niedergerieselt, als der Wind schlecht stand.
Rogelio, der Fuehrer, fragte uns, wie lange wir denn bleiben wuerden. Janine bleibt ja nur bis Ende Mai, ich dagegen bis Ende August. "Viel Spass!" meinte da Rogelio. Die Luft ist hier im Winter wohl besonders schlecht, weil die Abgase zwischen den Bergen haengenbleiben und kaum Winde wehen..." Na super!
Abends hab ich mir dann mit Alana noch ein wenig die Oscar-Verleihung angesehen. Das wars. Reicht aber auch.
Heut morgen bin ich mit angeschwollenen Lidern aufgewacht. Hab fast die Augen nicht aufbekommen- hoffentlich hab ich keine Katzen-Allergie, dann muesste ich naemlich schon wieder umziehen...

Freitag, März 03, 2006

Ende der Arbeitswoche

So, nun ist schon Freitag und ich habe die ersten Tage sozusagen ueberstanden. Schlimm ist es hier wirklich nicht. Eigentlich ganz entspannte Arbeit. Im Moment muss ich immer warten bis die General Managerin Zeit fuer mich hat. Im Moment ist der Chef naemlich in der Schweiz auf Reisen und sie muss hier alles managen. Also kann ich schoen im Internet surfen...
Eine weitere Aufgabe wird es sein, im Internet nach Ausschreibungen Ausschau zu halten, d.h. fuer die Firma evtl. attraktive Auftraege an Land zu ziehen. Das ist ja auch nicht uninteressant.
Ansonsten passiert im Moment nichts ehr viel. Mittags holen wir uns ein Sandwich oder einen Salat und setzen uns auf die Terasse des Bueros. Die UV-Strahlen der Sonne sind hier allerdings so stark, dass meine Haut schon nach 15 Minuten rot ist.
Abends ist mit mir im Moment nicht viel los. Die ganze Zeit auf den PC zu starren, macht echt muede...
Heute werde ich mich allerdings mit 2 anderen InWentlern auf ein Bier treffen.

Donnerstag, März 02, 2006

Das Praktikum und der Ausflug nach Pomaire

So, nun hat das Praktikum begonnen. Seit gestern arbeite ich nun bei der Stockergroup und zwar von 9 bis 18 Uhr. Im Moment habe ich noch nicht soviel zu tun, weil die General Managerin noch keine Zeit hatte mit mir mein Projekt zu besprechen. Also surfe ich im Internet und recherchiere ein wenig. Ich soll eine Homepage fuer einen Schweizer Kuhglocken-Hersteller erstellen bzw. verbessern. Schon sehr lustig. Ich sitze hier in Chile und mache dann ein Kuhglocken-Projekt! Finde ich aber sehr gut, dass ich das Projekt ganz selbstaendig bearbeiten darf und das mein erstes Projekt auf Deutsch und Englisch zu bearbeiten ist.
Mit dem Spanisch ist das so eine Sache... Als gestern mein Telefon bei der Stockergroup klingelte, hatte ich doch ein wenig Panik, weil ich gar nicht wusste, was ich sagen sollte und ob ich die ueberhaupt verstehe. Heute geht es schon einigermassen...aber ich bin trotzdem froh, wenn das Telefon nicht klingelt.
Hier arbeiten doch nicht soviele Leute, wie ich dachte bzw. wie auf der Homepage gezeigt werden. Im Moment sitze ich mit vier weiteren Personen in einem Raum: zwei weitere Praktikanten (eine Franzoesin und ein Chilene, beide 24), ein IT-Programmierer und eine Journalistin.
Die Stockergroup gehoert zu der Unternehmensberatungsfirma FUNDES, die in Lateinamerika taetig ist. Gruender ist der Schweizer Stephan Schmidheiny. Er hat verschiedene Organisationen ins Leben gerufen, die sich sozial in Lateinamerika engagieren. Ihm ist es wichtig, dass Unternehmen auch soziale Verantwortung uebernehmen, dass heisst ein Teil ihrer Unternehmensgewinne sozial einsetzen. (Bildung, Umwelt...)
Die Stockergroup hat viele interessante Kunden, fuer die sie Publikationen erstellen, das Intranet (Knowledge Management) aufbauen und Internetseiten kreiren. Unter anderem die Weltbank, die schweizer Regierung, die amerikanische Regierung und dann die Unternehmen von Stephan Schmidheiny.
Meine Wohnung ist soweit auch ganz ok. Alana, die Amerikanerin (26), arbeitet tagsueber in einer privaten Sprachschule als Englischlehrerin. Das einzige, was mich stoert ist, dass ihre drei Katzen durch die ganze Wohnung laufen (sogar auf dem Tisch usw.). Nicht so lecker... Naja, meine Zimmertuer mache ich zu. Es ist schon echt erstaunlich, was man hier so ueber Kabel-Tv empfangen kann. Bestimmt 100 Kanaele: viele Cine-Sender, Serien-Sender usw. (auch aus den USA). Sogar Deutsche Welle TV! Gestern Abend haben wir uns zusammen deutsche Nachrichten angesehen und Alana hat versucht deutsche Woerter nachzusprechen. Klappte zwar nicht so gut, aber war ganz lustig. Dabei ist mir aufgefallen, wie viele Woerter wir aus dem Englischen uebernommen haben. (z.B. fit, Training, Team-Manager, Power...)
Alana bekommt viele amerikananische Zeitschriften von ihren Verwandten geschickt. Das ist sehr interessant darin zu lesen- besonders sich die Werbeanzeigen fuer Essen anzusehen. Die Amis essen echt viel Fast-Food. Kein Wunder, dass viele Leute so fett sind... Alana kann selber auch gar nicht kochen. Sie laesst sich immer von ihrer Mutter aus den USA solche Fertigtueten-Gerichte schicken. Die Arme- da werd ich ihr erstmal zeigen, wie man kocht. Das Gute ist: in der Naehe der Wohnung gibt es einen groesseren Supermarkt, wo man echt alles bekommen kann. (Sogar Nutella, aber das hol ich mir lieber nicht...) Die Chilenen essen lieber Weissbrot, als Vollkornbrot und das Interessante ist, dass es trotzdem Vollkornbrote zu kaufen gibt. Aber die werden dann von deutschen Fabrikanten hergestellt, die sich hier niedergelassen haben. Der deutsche Einfluss ist hier doch sehr gross. Apfelstrudel und Kuchen sind hier ein bekannter Begriff.
Am Dienstag, meinem letzten freien Tag, bin ich mit meiner chilenischen Gastmama Lidia und der Japanerin Missami (wohnt jetzt bis Samstag bei denen) nach Pomaire gefahren. Das ist ein kleines Dorf in der Naehe von Santiago, dass von Toepferprodukten lebt. Da wir in der Woche da waren, gab es ein Glueck auch nicht soviele Touristen dort. Ich hab mir da eine kleine Schale bei einem kleinen Stand fuer umgerechnet 0.20 EUR gekauft. Lidia hat dann den Mann gefragt, ob wir mal sehen koennten, wie die Sachen hergestellt werden. Kein Problem, meinte er. Also sind wir nach dem Mittagessen dorthin gelaufen. Die ganze Familie lebt vom Toepfergeschaeft. Sie wohnen in kleinen Huetten auf engem Raum zusammen. Die waren echt super freundlich und wir durften ein paar Fotos machen. Als Missami ein geschossenes Foto ihrer Digitalkamera der alten Frau zeigte, war diese total erschrocken! Das kannten die gar nicht mit den Digitalkameras. Sehr lustig! ;)
Mittags haben wir in einem kleinen chilenischen Restaurant gegessen. Da waren auch wieder alle Familienmitglieder in die Arbeit eingespannt. Der kleine Sohn, bestimmt erst 11 Jahre alt, war der Garcon mit weissem Hemd und Fliege. Der hat sich dann auch echt ueber das Trinkgeld gefreut. Weil er so zuvorkommend war, haben wir ihm ein bisschen mehr als ueblich gegeben. Ich habe da ein typisch-chilenisches Gericht probiert "Pastel de Choclo". Das ist ein Auflauf bestehend aus Hack, Haehnchenkeule, Ei und mit Maisbrei ueberbacken. Also war ganz ok, aber Sterne bekommt die chilenische Kueche nicht von mir verliehen...
Jeden Morgen muss ich ja mit der Metro zur Arbeit fahren. Was hier echt nervig ist: die Metro ist so ueberfuellt, dass ich heute zwei Metros abfahren lassen musste, weil keine Person mehr in den Wagon passte. Das Gute ist: man bekommt immer eine kostenlose Zeitung in die Hand gedrueckt- so vergeht die Zeit dann ein wenig.