Montag, Februar 27, 2006

Das Wochenende...

Am Samstag hab ich mich abends mit Janine und Justin getroffen und wir sind dann ins Kneipenviertel Bellavista gegangen. Justin hatte keine Lust auf die Party, eigentlich schade, denn da haette man bestimmt einige Chilenen kennen lernen koennen. Da er schon seit 6 Monaten hier ist, hat er uns eine ganz kleine, gemuetliche Kneipe gezeigt. War so aehnlich wie im Buena Vista Social Club, nur dass da nur ein Mann Gitarre gespielt hat und nicht eine ganze Band. War sehr schoen und vor allem billig. Ein Caipi kostet umgerechnet 2.50 EUR. Und das Taxi zurueck kostete nur ca. 1,30 EUR- aber im Moment wohne ich auch nicht sehr weit vom Kneipenviertel entfernt.
Gestern war ich dann mit Justin und Felix (auch ein Deutscher, der aber am Donnerstag abreist) im Kino. Wir haben "Syriana" gesehen. Mit George Clooney und Matt Damon. Ein sehr guter Film, obwohl ich leider nicht alles verstanden habe. Der Film war auf Englisch mit spanischem Untertitel. Man hoert also auf Englisch, liest in Spanisch und denkt auf Deutsch. Etwas kompliziert fuers Gehirn... Naja, die Geschichte war auch etwas verzwickt. Es geht um Oel, und die Beziehung zwischen den USA und den arabischen Laendern. Wirklich sehr gut.
Auf jeden Fall fuehlt man sich wie zu Hause. Ich habeimmer gedacht: Ich koennte jetzt genauso in einem Cinemaxx in Kiel sitzen. Kino war uebrigens auch ganz billig: nur ca. 2 EUR - wir hatten Rabattmarken von der Metro.
Heute gegen 15 h werde ich in die neue WG einziehen. Hab schoen meine Koffer gepackt und mich gewundert, wie ich in 2 Wochen so viele Sachen ansammeln konnte... Wie soll das bloss nach den 7 Monaten werden?
Pedro und Lidia haben schon wieder einen neuen Gast: eine Japanerin, die gar kein Spanisch spricht und auch noch schlechtes Englisch. Die war 4 Wochen allein im Sueden Chiles unterwegs und hat erstmal von ihren Erfahrungen Bericht erstattet. Da die meisten Chilenen kein Spanisch sprechen, war es sehr schwer fuer sie sich zu verstaendigen. Oh je... Da hab ich es doch etwas leichter.
Was ich noch so "Interessantes" beobachtet habe: an jeder Kasse im Supermarkt gibt es Leute, die fuer dich die Einkaufe in Tueten packen. Allerdings packen sie die Sachen nicht in eine Tuete- nein-fuer so ca. 10 Teile werden 8 Tueten benutzt. Das finde ich echt etwas merkwuerdig. Und ich denke, wenn man sagen wuerde: "Danke, ich hab eine Tasche dabei.", dann waeren sie total verwirrt.
Heute spielen U2 in Santiago- die sind alle schon ganz heiss aufs Konzert, denn hier im Internetcafe wird die ganze Zeit nur U2 gespielt. Eintrittskarten gibt es leider schon lange nicht mehr.
Im Moment gibt es in Viña del Mar ein Musik-Festival, was jeden Abend im Fernsehen uebertragen wird. Heute Abend treten "Franz Ferdinand" auf- da freu ich mich ja schon drauf.
Dieses Festival ist so aehnlich wie bei uns der Grand Prix de la Chanson. Es gibt einen Wettbewerb, aber der sthet hier anscheinend gar nicht so im Vordergrund. Jeden Abend treten die gleichen Saenger auf (aus ganz Lateinamerika) und singen auch das Gleiche (ca. 5 Tage lang) und dann gibt es eben noch solche Special Acts...
Was auch sehr witzig ist: den ganzen Tag gibt es eine Live-Berichterstattung von dem Festival und es sitzen ein paar chilenische Promis mit Moderatoren am Meer und unterhalten sich ueber Klatsch und Tratsch. Waehrenddessen wird ab und zu Werbung fuer ein Produkt gemacht. z.B. fuer einen Milchmixgetraenk von Nestle. Erst wird kurz der Spot eingeblendet, dann werden die Promis gezeigt, wie sie das Getraenk trinken und sagen:" Oh, wie lecker!" Schleichwerbung und andere offensive Werbungen sind hier also kein Problem...
Ist genauso mit dem Verhaeltnis zwischen den Journalisten und den PR-Leuten. Wenn die Kohle stimmt und der Chef der Zeitung einverstanden ist, dann wird alles abgedruckt. Die meisten Artikel sind reine PR. Es gibt zwar auch eine Trennung von Anzeige und redaktionellem Teil, aber man sieht den meisten Artikeln an, dass sie reine PR eines Unternehmens enthalten.
So, nun werde ich mal zurueck zu Pedro und Lidia gehen,um "Tschuesss" zu sagen und dann startet mein zweites Kapitel hier in Chile.

Samstag, Februar 25, 2006

Die Jagd nach dem Schuh

Fuer die Arbeit brauche ich noch ein paar schwarze, schnieke Schuhe. In einem Prospekt des Geschaeftes "Paris" hab ich ein paar super Schuhe entdeckt. Die wollte ich mir unbedingt holen, weil sie auch sehr guenstig waren. Am Donnerstag war ich dann in der ersten Paris-Filiale. Nichts- alles verkauft. Und dabei haben die Chileninnen aufgrund der Groesse auch kleine Fuesse! Meine Groesse haette ja noch da sein koennen. Nun ja, stattdessen hab ich dann ein paar andere Klamotten gekauft. Und ich muss sagen: hier ist es nicht billiger als in Deutschland! Leider.
Gestern bin ich dann nochmal auf Schuhjagd gegangen. Ich bin mit der Metro zu 2 Einkaufsmalls gefahren. In der ersten hab ich eine Verkaeuferin nach dem Schuh gefragt. Nichts da, aber in der anderen Filiale. Ich bin dann schon frohen Mutes zur anderen Filiale gefahren und auch da konnte ich den Schuh nicht finden. Da hatte ich dann aber einen Verkaufer gefragt und ich muss sagen: Die Maenner sind hier wirklich hilfsbereiter! Ich hab ihm dann meine Schuh-Geschichte vorgejault, aber er konnte mir nicht helfen, weil ich den Code des Schuhs nicht dabeihatte! Was sind das denn fuer Zustaende! Und den aktuellen Prospekt hatten sie auch nicht mehr im Laden! Unglaublich. Dafuer wollte er aber meinen Namen wissen und zum Abschied hat er mich dann, wie es eigentlich alle Jugendlichen hier tun, mit einem Kuesschen verabschiedet. Also das ist ja wohl auch mal strange... Das wuerde in Deutschland niemand machen. Weiss nicht, wie das in Frankreich ist. Da begruessen sie sich ja auch mit Kuesschen...
Heute Abend treffe ich mich mit Janine und Justin (auch ein Deutscher, aus HH, macht Praktikumhier) und wir gehen auf eine private Party. Mal sehen, wie das wird.
Gestern Abend hab ich mich mit France (Canadierin, 45) und Vanessa (Amerikanerin, 30) auf ein Bier getroffen. Das war ganz nett, aber schwierig, weil wir uns auf Englisch unterhalten haben und mir im Moment nur spanische Begriffe einfallen, wenn ich was erzaehlen moechte. Es ist dann eine Mischung aus Englisch und Spanisch- Spanglish!
So, bis bald...

Freitag, Februar 24, 2006

Mein letzter Tag an der Sprachschule...

So, nun ist schon Freitag. Das ging doch sehr schnell vorbei. Gestern habe ich mir einen Prepaid-Chip fuer mein Handy gekauft. Jetzt kann ich mich auch besser verabreden. War gar nicht so teuer. Kostete umgerechnet nur 10 Euro. Eine SMS kostet nicht mal 0.05 EUR.
Dann war ich noch in einer Farmacia, was in etwa einer Mischung aus einer Apotheke und Rossmann/Ihr Platz entspricht. Diese Geschaeftfe gibt es in Chile gar nicht getrennt. Das Merkwuerdige ist, dass man sich eine Nummer zum Bezahlen ziehen und dann warten muss, bis man dran ist... Dann hab ich mir noch eine Stoffhose, T-Shirts und eine Bolero-Strickjacke in schwarz fuer die Arbeit gekauft und im Geschaeft wusste ich gar nicht, was die Verkaeuferin von mir wollte. Die meisten koennen auch kein Englisch, daher muss man sich dann irgendwie verstaendlich machen. Das Problem ist nur: mal klappt es gut, mal ist es, als ob ich einen Aussetzer habe. Ganz schlimm ist es, wenn ich mit anderen Studenten, die kaum Spanisch sprechen koennen auf Englisch rede und dann ins Spanische wechseln will. Dann ist alles durcheinander...
Habe bereits Kontakt mit der Stockergroup aufgenommen. Um 9 h soll ich da sein. Die E-Mail war sehr nett... ("Herzlich Willkommen in Chile. Wir freuen uns...") Naja, das ist ja schonmal gut.
Mit den Fotos wird es wohl noch eine Weile dauern... Mal sehen. Aber ihr koennt auf der Seite der Sprachschule ein paar Fotos von Ausfluegen sehen, wo ich auch drauf bin. http://www.escuelabellavista.cl/aleman/gallery.htm
Schon mal als Vorgeschmack. Heute Abend gehen ich mit ein paar anderen ein Bier trinken, morgen frueh will Lidia mir ein paar schoene Plaetze zum Einkaufen zeigen. Ansonsten mal sehen, was das WE so bringt.

Dienstag, Februar 21, 2006

Dieses bloede Internet hier...

Hallo, diesmal muss ich mich echt aufregen. Bin ich froh, wenn ich endlich wieder von meinem PC aus eine Mail schreiben kann usw. Hier klappt gar nichts. Entweder ist die Verbindung schlecht, die Tastaturen klemmen, das @ geht nicht, die PCs sind besetzt oder etwas anderes funktioniert nicht... Grrrgggg!
Hier gibt es eigentlich nicht viel Neues. Immernoch 30 Grad, Sonne usw. Leider gibt es in der Naehe keinen Strand und es ist eine sehr laute Stadt. In den Park lege ich mich hier nicht alleine, den da wird man, wie auch sonst ueberall von allen Maenner angequatscht, was mir sehr auf den Zeiger geht... Gestern bin ich bei der Policia Internacional gewesen. Es lief alles ganz gut, der Typ war auch sehr nett und hilfsbereit. Janine, meine deutsche Bekannte, hatte da ja andere Erfahrungen gemacht. Vielleicht kommt es auch auf das Auftreten an.
Nun ja, jedenfalls lief ich durch die Satdt an einer Baustelle vorbei... Ihr koennt es Euch fast denken, was passiert ist... Pfeifen und so weiter. Ich bin davon jedenfalls nur noch genervt.
Ich wuerde mich ja gerne mal irgendwo draussen aufhalten, aber das ist einfach nicht moeglich. Und ich brauche mal ne ruhige Minute draussen um mich zu erholen. In Berlin war das ja kein Problem. Da hab ich mir die Decke unter dem Arm geklemmt und hab mich in den Park gelegt- kein Problem. Ein Glueck hat meine neue Wohnung einen kleinen Balkon. Den werde ich zwar auch nur noch kurz nutzen koennen, da es hier ja gerade Spaetsommer ist, aber nun gut.
Gestern hab ich mal in einem grossen Supermarkt eingekauft. Da hab ich doch ein wenig Hoffnung geschoepft mir hier etwas Leckeres kochen zu koennen. Die essen hier wirklich merkwuerdige Sachen. Zum Beispiel kauft man hier Marmelade im Stueck! Man schneidet sich davon Scheiben ab und legt sie aufs Brot! :)
Und alle Gerichte haben kaum Geschmack. Waehrend wir ja 100 verschiedene Pastasaucen kaufen koennen gibt es hier nur Tomatensosse (ohne viel Gewuerz, eigentlich wie Tomatenmark) und vielleicht noch Bolognese...
Dafuer gibt es Kekse und Suessigkeiten en masse. Komischerweise hab ich darauf gar keinen Appetit, das ist mir alles viel zu suess! Ich hab hier schon ein wenig abgenommen. Aber das kann ja nicht schaden.
So, nun werde ich mal sehen, ob der Handy-Shop noch aufhat.

Montag, Februar 20, 2006

Das zweite Wochenende...

Freitag nach der Schule hatte ich mich innerlich fuer eine Wohnung entschieden. Wie es natuerlich dann so ist, war das Zimmer schon vergeben. :( Da war ich etwas niedergeschlagen. Ich hatte dann mit der Agentur "Contact Chile" telefoniert, um mir zumindest meine 2. Wahl reservieren zu lassen. Als ich dann nach ein paar Minuten meine Mails checkte, hatte ich echt Glueck: die Vermietern, eine 26-jaehrige Amerikanerin hatte sich doch fuer mich entschieden. Sie fand mich sympathischer... Also werde ich jetzt mit einer Amerikanerin und einer Chilenin (22) zusammenwohnen. So kann ich Englisch und Spanisch ueben. Das ist nicht schlecht. Ausserdem ist die Wohnung relativ guenstig und nur 3 Blocks von der Metro entfernt. Ich schaetze, dass ich etwa 20 Minuten zum Praktikum brauchen werde. Die Wohngegend ist schoen ruhig, es gibt viel Gruen dort und keine Hochhaeuser.
Abends gab es ein Treffen der Schueler in einer "Disco". Allerdings war fast niemand da, wir haben mt 20 Leuten draussen gesessen, Bier getrunken und geschnackt.
Das Treffen findet jeden Freitag statt und mir und Hans (der Deutsche aus New York) war gleich klar, wozu das Treffen dient: Cristian, der Programmkoordinator der Sprachschule hat allen seinen Freunden Bescheid gegeben: "Ihr muesst alle kommen: Frischfleisch! (=gringas in Chile)" Echt aetzend. Teilweise sind die Maenner sehr zuvorkommend (z.B. reichen Sie einem die Hand, wenn man aus dem Bus aussteigt, aber sie sind auch sehr aufdringlich (z.B. beim Tanzen)- ich hasse das. Daher hab ich schnell die Flucht ergriffen, als es mit dem Tanzen losging und hab mich lieber unterhalten. Zum Beispiel hab ich Justin aus HH kennen gelernt. Er macht hier auch ein Praktikum.
Gestern gab es ein kurzes Beben. Das war schoen merkwuerdig. War nur ein paar Sekunden, aber ich wohne ja zur Zeit in einem Hochhaus und das hat dann doch schon ein wenig geschwankt... Aber das ist hier ja normal.
Was in Deutschland passiert, bekomme ich gar nicht mit. Hab ja keinen eigenen Fernseher, aber es ist wohl moeglich Deutsche Welle TV ueber Kabel zu empfangen. Und meine neue Vermieterin hat Kabel... Deutsche Zeitungen hab ich hier noch nicht gesehen. Dafuer gibt es viele kostenlose Zeitungen. (Wie in Frankreich vom Verlag "Metro")
Am Samstag habe ich mit der Sprachschule einen Ausflug zur Hafenstadt "Valparaíso" gemacht. Eine sehr schoene, bunte Stadt, die viele Gesichter hat. Frueher war dies der groesste Hafen Chiles, ueber die der Im- und Export abgewickelt wurde. Heute wird vieles ueber den Luftverkehr abgewickelt. Ich habe sogar Container von "Hamburg Sued" gesehen. Das war dann ein Stueck Heimat. Es stimmt schon: wenn man im Ausland ist, hat man einen ganz anderen Blickwinkel oder Bezug zu Deutschland. Wir haben aber in einem schlechten Restaurant gegessen. (Ich weiss nicht, ,was fuer ein Fleisch ich da gegessen habe...)
Das Essen in Chile schmeckt mir nicht so. Es gibt meist nur Fleisch mit einer Kohlenhydrat-Beilage. D.h. es gibt kein Gemuese. Fuer Vegetarier ist das hier nichts.
Bisher hab ich mir auch nur zweimal was selbst gekocht: Nudeln mit Tomatensosse. Man kann hier in einem Supermarkt auch nicht die Sachen zum Kochen kaufen, die man kennt. Ist alles ein bisschen anders. Mal sehen, wie ich hier ueberlebe. Freue mich schon auf das deutsche Essen!!!
Aber so geht es fast allen hier. Gestern hat Lidia Essen nach Hause geholt und wir haben gemeinsamt Mttag gegessen (allerdings um 16h- das ist hier normal). Es gab kaltes Essen: Pute mit kaltem Reis und Rotwein. Nachspeise: Wassermelone. Es schmeckte ganz gut und ich war froh, dass ich mir nicht etwas holen musste. (Eigentlich ist ja nur ein Fruehstueck im Preis enthalten.)
Heute habe ich die Klasse gewechselt. (Eine Niveau-Stufe hoeher, weil wir jetzt einige neue Schueler haben, die einen doch etwas bremsen. Da haben wir nur viel wiederholt und nichts Neues ist dazugekommen.)
Am Sonntag war ich dann echt kaputt. Ich hab nur relaxt, ein bisschen Spanisch geuebt und gelesen. Bisher hatte ich jeden Tag etwas vor oder etwas zu erledigen. Das war mal ganz gut eine Pause zu machen.
Gleich muss ich zur Policia Internacional, um mein Visum registrieren zu lassen. Janine hat mir schon erzaehlt, dass die da nicht so freundlich sind und sich wohl keine Muehe geben, etwas langsamer zu sprechen.
Eine lustige Geschichte gibt es noch von Victoria und Fidulai: die beiden vertragen sich jetzt nicht mehr so gut. Die Schildkroete "rennt" immer auf den Hund zu und beisst in in die Beine...
Da gibt es immer ein grosses "TraRa".
Bis bald...

Donnerstag, Februar 16, 2006

Viele Rechtschreibfehler...

Also die Fehler muesst ihr uebersehen. Die haben hier ganz andere Tastaturen. Da sind einige Buchstaben vertauscht und die Zeit ist immer so knapp, dass ich einfach tippe und nicht nochmal nachsehe, wa sich getippt habe. Teilweis ehaben die hier Tastaturen, wo Buchstaben klemmen. Also: in meiner neuen Wohnung wird es besser... mit meinem eigenen Laptop.
Ne?

Die ersten Tage in der Sprachschule...

Also es gibt schon sehr viele interessante Leute hier in der Sprachschule. Alle unterschiedlichen Alters. Von 19 bis 60 Jahren... Zum Beispiel gibt es da die Helen aus Schweden, die in Indien ihren chilenischen Freund kennen gelernt hat oder Ane aus Norwegen, die ihren Stefvater hier besucht oder France aus Kanada, die immer sehr enthusiastisch versucht Spanisch zu sprechen, aber ihr fehlen oft die Woerter, so dass sie immer wieder von vorn mit ihrem Satz beginnt. :) Dann gibt es noch Graham und seine Frau aus Neu Seeland. Beide sind schon ca. 60 Jahre alt. Sie haben ihr Haus und alles verkauft und machen eine Weltreise. Ausserdem gibt es viele Amerikaner hier. Zum Beispiel Kelly und Nicole aus New York (den Hamptons) oder Hans, der Deutscher ist, aber jetzt in New York wohnt. Es ist sehr interessant und lsutig mit den anderen. In meinem Kurs gibt es aber auch einen verwoehnten 19-jaehrigen Deutschen (Vater ist Arzt, Mutter Pharmazeutin) - den kann ich nicht ab. Er ist im Unterricht total desinteressiert - ist ja auch klar: bezahlt ja auch alle PAPA!
Die Schule gefaellt mir jedenfalls sehr gut. der Unterricht ist verstaendlich und ich kann alles gut wiederholen. Es ist teilweise ein bisschen zu leicht, aber das macht nichts. Gleich habe ich eine Privatstunde gebucht.
Montag und Dienstag habe ich mir bereist 2 Wohnungen angesehen. Sie kosten alle so um die 220-260 Euro im Monat. Santiago ist nicht ganz billig. Aber damit habe ich schon gerechnet. (es sind nur Zimmer in WGs) Heute sehe ich mir noch ein anderes Zimmer an. Die sind alle mit Internet-Anschluss, so kann ich dann auch endlich ein paar Fotos einstellen.
Dienstag hab ich mich mit Janine zum Passfotos machen getroffen. Ich muss ja noch mein Visum bei der Policia Nacional registrieren. (Das kostet auch noch was.) Leider hatte die Policia nicht mehr geoeffnet, als wir da waren, aber das macht nichts. Das werde ich naechste Woche machen.
Nachmittags hab ich dann noch an einer Uebung teilgenommen. Wir sollten Szenen vor einer Camera inszenieren, um so unser Spanisch zu ueben. Das war sehr lustig, weil France wieder so enthusiastisch versucht hat zu sprechen. (Sie sollte einen Hotelgast spielen, der sehr unzufrieden ist. Sie wedelte dann immer mit ihren Armen und meinte: Finito! Muy mal! Finito!) Wir mussten alle so lachen, dass uns die Traenen kamen.
Mittwoch haben wir nach der Schule einen Ausfluf zu einem Weinanbaugebiet gemacht. Da durften wir 2 Weine probieren. Es war von der Traube "Carmenera"und "Cabernet Sauvignon". Die haben mir beide sehr geschmeckt. In diesem Gebiet wird nur Rotwein produziert, da die Erde sehr trocken und es sehr heiss da ist. In kuehleren Regionen (mehr zum Meer hin) wird dann Weisswein angebaut. (Weiss gatr nicht, ob man das so sagt... mein Deutsch wird immer schlecher, weil ich es kaum noch spreche.)
Nach dem Ausflug wollte ich eigentlich nach Hause und mir ein paar Nudeln kochen, aber Hans (der Deutsche aus New York, ca. 45 Jahre alt, arbeitet bei der Commerzbank) hat mich dann zum Essen eingeladen. Was nicht schlecht ist> Er meinte, er koennte mir empfehlungen aussprechen. Er kennt viele fuehrungskraefte in unterschiedlichen Unternehmen. Z.B. arbeitet eine Bekannte bei Pro7 und ist fuer Investor Relations zustaendig. Ein Bekannter von ihm ist Vorstand der Nord-Ostsee Sparkasse... (Sie haben frueher zusammen bei der Barclays Bank gearbeitet.)
Naja, ist ja nie verkehrt viele Leute zu kennen...
Mit Lidia und Pedro klappt es weiterhin sehr gut. Als ich Montag sagte, dass ich Dienstag frueher aus dem Haus muss, um mir die Wohnung anzusehen, meinte Lidia:" Ohne Fruestueck kommst du nicht aus dem Haus- wir stehen frueher auf!"
Im Moment passen sie auf den Hund der Tochter auf, weil diese im Urlaub ist. Das ist auch ein ganz Witziger: ein weisser Pudel namens Fidulai. dewr freut sich auch schon immer, wenn ich nach Hause komme. Lidia meinte auch, das ich immer vorbeikommen kann, wnn ich etwas wissen moechte oder Hilfe brauche. (Ich waere ihre Adoptiv-Tochter in Chile.)
So, jetzt seid ihr wieder auf dem Laufenden. Die letzten Tage hatte ich nicht soviel Zeit zu schreiben bzw. das Internet funktionierte nicht.

Montag, Februar 13, 2006

...der Rest vom Wochenende

... So, jetzt gehts weiter. Musste den PC raeumen. Also, Die beiden haben mich dann mit dem Auto nach Reñaca gebracht. Dort ist der Strand schoener. Es gab da schoene Chill-Out Musik und Bands spielten am Strand. Leider hatte ich nicht soviel Glueck mit dem Wetter- es war bedeckt. War aber nicht so schlimm, weil es trotzdem angenehm warm war. (ueber 20 Grad). Was wirklich schoen war: es gab dort riesige Wellen- das war wirklich beeindruckend. Es hing auch die rote Flagge aus- trotzdem gab es ein paar Surfer. Erst war ich etwas enttaeuscht, dass es keine Sonne gab, aber der Tag am Meer war trotzdem sehr schoen. Noch etwas typisch chilenisches: sie lieben Suesses "dulces". Am Strand werden nicht etwa Fruechte verkauft-- nein, Kuchen, Kekse usw. Es gibt so ein paar Spezialitaten, die kenne ich aber noch nicht. Dafuer habe ich mir nachher auf dem Rueckweg eine "empanada" gekauft. Das ist eine Teigtasche gefuellt mit verschiedenen Dingen. Ich hatte eine "napolitana" mit Kaese, Tomaten und Schinken. Das war ganz lecker. Auf dem Rueckweg gab es einen Stau vor Santiago, weil alle Menschen wieder vom Wochenende nach Hause mussten. In der Metro war es wie bei einem Fussball-Spiel in Hamburg- aber trotzdem kein richtiges Chaos. Die Chilenen bleiben da ganz ruhig und draengeln nicht.
Heute ist mein erster Tag in der Sprachschule. Der Unterricht ist sehr gut. Man wird immer wieder zum Sprechen aufgefordert und kann so gut ueben. Heute haben wir eine meiner Schwaechen durchgenommen: Zeiten.
Jedesmal wenn ich meiner Gastfamilie erzaehlen will, was ich gemacht habe, kann ich mich nicht richtig ausdruecken. Ich denke, dass wird jetzt immer besser werden. Ich schreibe mir immer neue Vokabeln auf.
Jetzt werde ich mal zum Goethe-Institut und zu der Vermittlingsagentur "Contact Chile" gehen. Vielleicht haben die ja ein paar Zimmer im Angebot.

Das erste Wochenende...

Am Freitag Abend hab ich mich auf den Weg gemacht, um mir Bustickets zu kaufen. Leider konnte ich mich nicht mehr so recht an die Metrostation erinnern, an der ich aussteigen sollte. Natuerlich bin ich an der Falschen ausgestiegen... (es war nicht die "Universidad de Chile", nicht die Station "Universidad de la Republica" sondern die "Universidad de Santiago"!!) Uebrigens muessen die Chilenen ihr Studium vollkommen selbt finanzieren. Es gibt einen grossen Wettbewerb unter den Universitaeten, so dass es viele Werbespots im Fernsehen gibt. Schon etwas merkwuerdig. Naja, ich hab dann eine Frau nach dem Weg gefragt- aber leider hat sie, wie alle Chilenen, sehr schnell gesprochen. Aber sie war sehr geduldig und hat mir bestimmt 5 Minuten versucht zu erklaeren, wo ich hinmuss. Das Problem ist aber immer das Gleiche: die Chilenen erklaeren einem dem Weg mit 1000 zusaetlichen Worten. Anstatt zu sagen "este dirección- diese Richtung" oder "zweite strasse links" schmuecken sie die Erklaerungen aus. In der Metrostation hab ich schon einen "Freund"- ein Mann von der Security. Er freut sich schon immer, wenn ich komme und fragt was ich denn heute so mache. Dann gibt er mir Tips, was in Santiago so los ist. Also nett und hilfsbereit sind die Chilenen wirklich. Da kann man nichts sagen.
Letzendlich habe ich den Busbahnhof gefunden und alles hat auch gut geklappt. Ich fahre hier immer mit der Metro, die ist wirklich sehr sauber- viel sauberer als in Deutschland! Mit den Micros, den gelben, alten und verosteten Bussen hab ich mich noch nicht getraut zu fahren. Erstmal weiss man nicht, wohin sie fahren und dann musst du im Fahren rausspringen und dann weiss man noch nicht mal, wann man aussteigen muss, weil nichts angesagt wird. Das heb ich mir fuer spaeter auf.
Samstag bin ich gegen Mittag ins Zentrum gefahren, um ein wenig einzukaufen und zu gucken. Auf den Marktplatz "Plaza Mayor" kann man sich echt nicht als Auslaenderin hinsetzen, weil man dauernd angequatscht wird. Ausserdem wird man dauernd angeguckt. Ich habe meine Gastfamilie gefragt, was denn so besonders an mir ist. Ist es die sehr helle Hautfarbe? Nein, es ist, weil ich so gross bin!! Das haette ich ja nun nicht gedacht. Aber es stimmt- die Chilenen sind wirklich sehr viel kleiner. Ein Glueck bin ich nicht auch noch blond. Dann wuerden die Maenner ja total abdrehen. Das Hinterherpfeifen soll uebrigens ein Kompliment sein. Ich fasse das eher als Belaestigung auf, aber gut... Wenn es zu doll wird setze ich natuerlich meinen boesen Blick auf- das klappt dann schon. beim Einkaufen wurde mir dann ziemlich schwindelig- es ist fuer den Koerper echt eine grosse Umstellung. Bin echt froh, dass ich mir vor der Reise einen eletronischen Uebersetzer gekauft habe, so konnte ich mir in der Apotheke was kaufen. Ach, es gibt noch was zu jammern: meine Fuesse sind kaputt. Obwohl ich keine neuen Schuhe habe, habe ich viele Blasen bekommen und es wird nicht besser. Ich geb die Hoffnung ja nicht auf.
Gegen Samstag Abend bin ich dann zum Cerro San Cristobal gelaufen (das ist ein Huegel in Santiago). Oben auf dem Huegel steht eine Madonna, die zum Schutz ihre Arme ueber die Stadt ausbreitet. Um auf den Huegel zu kommen muss man eine marode Seilzugbahn benutzen. Da ich ja nicht sonderlich schwindelfrei bin, war ich echt froh, als ich oben angekommen war. (Ich dachte die ganze Zeit wie so ein Mantra: Klappt schon. Klappt schon...) Oben hat man echt einen super Blick ueber die ganze Stadt. (Fotos folgen- hier haben die nur Win98, und der PC erkennt meinen Speicherstick nicht. Ihr muesst noch 2 Wochen Geduld haben)
Sonntag bin ich dann mit den gekauften Tickets nach Viña del Mar gefahren. Keine schoene Stadt. Zuviel Tourismus. Ich hatte aber Glueck, denn neben mir sass eine aeltere Frau, die Deutsch sprach eine Freundin (Lehrerein am Goethe-Institut) in Reñaca besuchen wollte. Die beiden haben mich dann mit dem Auto mit zum Strand genommen. Dort waren wir dann Mittag essen und haben E-Mail ausgtauscht.

Freitag, Februar 10, 2006

Der zweite Tag...

Habe erstmal schoen ausgeschlafen. War allerdings sehr heiss. Aber darum werdet ihr mich warscheinlich gerade sehr beneiden. Zum Fruehstueck gab es Melone, Toast mit Marmelade und einen Nescafe. Pedro und Lidia haben versucht sich mit mir zu unterhalten, aber das klappt nicht so gut. Muss noch viel ueben. Die sprechen alle sehr schnell und ich kenne viele Woerter nicht. Was ganz witzig ist: die haben eine Schildkroete namens Victoria. Pedro hat sie heute Morgen mit Gurkenscheiben gefuettert und sie hat dann immer davon vorsichtig abgebissen. Die laeuft durch die ganze Wohnung. Habe mir heute eine Metrokarte gekauft und werde gleich nochmal in die Stadt fahren, um mir fuer Sonntag Bustickets zu kaufen. Will nach Viña del Mar an den Strand fahren. Heute Mittag habe ich mit Janine Mittag gegessen ud wir sind durch das Viertel Bellavista gelaufen. Das ist wirklich sehr schoen: kleine Strassen, viel Gruen und bunte kleine Haeuser. Da wuerde ich gerne wohnen. Mal sehen.
Bin heute Morgen eigentlich erst so richtig angekommen.
Gestern war ich noch in so einem Mini-Supermarkt einkaufen. Ich habe einen Adapter gesucht. Da ich weder wusste, was Strom oder Steckdose heisst, hat der Verkaeufer schnell einen Bekannten von hinten geholt, dem ich verklickern konnte, was ich wollte. Und dann hat er mir den Adapter sogar geschenkt- die sind alle sehr freundlich hier. Kann man nicht anders sagen.
Bis bald, wohl bis Montag, am Wochenende kann ich nicht insInternet. Da hat die Schule zu.

Donnerstag, Februar 09, 2006

Endlich angekommen

Als Erstes: ihr muesst euch nicht wundern, dass ich kein s-zett und nur ue schreibe: es gibt hier natuerlich keine deutschen Tastaturen.
So, nun bin ich da. Man ist das heiss hier. 33 Grad. Die Reise war sehr anstrengend. In HH hatte der relativ kleine Flieger doch Probleme gegen den Sturm zu lenken. Und dann gab es nur laeppische Craecker. Air France ist nicht zu empfehlen. Unfreundliche Stewardessen, die sich nicht mal bemuehen Deutsch zu verstehen. Und deren Englisch (auch von den Piloten- ich wusste nie, was die mir da erzaehlen wollten) laesst auch zu wuenschen uebrig. In Paris wollten sie mich auch nicht zum Relaxen in ihre Lounge lassen- Frechheit, nur weil ich nicht Business-Class war!! ;)
Und der 13h-Flug war auch nicht zu verachten. Ein Glueck sass ich am Gang. Richtig schlafen konnte ich aber trotzdem nicht aufgrund der Enge- wie eine Oelsardine. Und mitten in der Nacht bin ich dann aufgewacht und hatte einen trockenen Mund- das kam von der Luft da oben in 10.000 m Hoehe. Was noch bloed war: es lief noch nicht mal der Film "Walk the Line"- den haette ich ja zu gern gesehen.
Aber ganz so schlimm ist es auch nicht gewesen. Hat ja alles gut geklappt. In Buenos Aires war es gegen 9h noch gar nicht so warm und bedeckt- da war ich doch enttaeuscht. Aber hier ist es echt der Hammer!
Bin gerade zu meiner Sprachschule gelaufen, das Internet und Skype kann ich hier umsonst nutzen.
Lidia und Pedro sind auch echt nett- ist ein aelteres Ehepaar. Die wohnen in einem Hochhaus in einer Mini-Wohnung. Unten gibt es sogar eine Security. Als ich ankam meinten sie, ob ich aus Holland kaeme... So blond bin ich ja nun auch nicht...
Insgesamt sind alle ganz nett und aufgeschlossen. Ich bin ja mit dem Transvip-Service zu meiner Familie gefahren worden. Und da hab ich schon Leonardo (ca. 35) kennen gelernt. Er hat mir einen Zettel in die Hand gedrueckt und meinte: Wenn ich mal Hilfe brauche, kann ich ihn anrufen. Das ist doch nett.
Ich der Sprachschule hab ich gerade eine Deutsche kennen gelernt. Mit ihr (Janine, Studentin, macht bis Mai ein Praktikum in Santiago) gehe ich morgen Mittag was Essen. Das klappt ja wie am Schnuerchen. Gleich gehe ich zur Bank und werde erstmal einkaufen (Wasser, Obst etc.)
Der erste Eindruck von der Stadt: heiss, laut, viel Verkehr, unsichere Stromleitungen (das sieht aus- man hat Angst darunter zu laufen). Tja, und als Frau wird einem staendig hinterhergepfiffen. Bin gerade mal den Weg zur Sprachschule gelaufen- das ist schon echt gewoehungsbeduerftig.
Tja, mal sehen, was es morgen so zu berichten gibt. Ich geh nun einkaufen.

Dienstag, Februar 07, 2006

So, morgen flieg ich los. Bin doch ein wenig aufgeregt, aber eigentlich ist alles geregelt. Werde in Santiago vom Flughafen abgeholt und zu meiner Gastfamilie gebracht, bei der ich zwei Wochen während des Besuchs der Sprachschule wohnen werde. Gestern habe ich mein Visum beim Konsulat in Hamburg abgeholt. Musste sogar meinen Fingerabdruck auf das Visum drücken. Da kam ich mir ein wenig wie eine Verbrecherin vor... Und der Botschafter hieß Juan- wie rassig. Leider war er schon über 60. ;)
Melde mich das nächste Mal, wenn ich drüben bin.
Bis dann...